31.10.2020 13:29 |

Fast alle gerettet

Mutter und vier Kinder in Izmir lebendig begraben

Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben in der Ägais, das mehr als 20 Todesopfer forderte, gehen die Rettungsarbeiten in der Westtürkei weiter. In der stark betroffenen Millionenmetropole Izmir wird in den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Eine Frau, die mit ihren vier Kindern in einem eingestürzten Gebäude von Schutt begraben wurde, konnte auf ihre missliche Lage aufmerksam machen. Helfern gelang es nach 23 Stunden, zu der Familie vorzudringen - es konnten allerdings nur die 38-Jährige und drei ihrer Kinder aus den Trümmern gezogen werden.

Mehrere Gebäude waren in Izmir eingestürzt, Tausende Menschen mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Es wurden Zelte aufgestellt, Helfer teilten in Parks Essen aus. Der wohl ohnehin leichte Schlaf der Betroffenen wurde von Hunderten Nachbeben gestört, 35 davon erreichten über die Stärke 4. Am Samstag wurden 25 Todesopfer bestätigt. Mehr als 800 Menschen wurden verletzt.

Ehemann führte Helfer zu seiner verschütteten Familie
Immer wieder mahnten die Helfer zu Stille, um Überlebende hören zu können. „Wenn du meine Stimme hörst, klopfe dreimal“ - auf diesen Aufruf meldete sich eine Mutter, die mit ihren vier Kindern unter Trümmern begraben worden war. Ihr Ehemann hatte zuvor den Einsatzkräften eingezeichnet, wo er seine Familie vermutete. Geröll wurde daraufhin von dem eingestürzten Gebäude geräumt und ein Betonblock von einem Kran weg gehoben.

Die Einsatzkräfte konnten schließlich die Familie erreichen. Es gelang, die 38-jährige Frau und drei Kinder lebendig aus den Trümmern ziehen. Die Jubelstimmung am Einsatzort verebbt jedoch, als die Helfer ihre Arbeit einstellen: Es konnten tragischerweise keine Lebenszeichen vom vierten Kind festgestellt werden.

Das erste Beben am Freitagnachmittag hatte laut der türkischen Katastrophenbehörde die Stärke 6,6, die US-Behörde USGS gab die Stärke des Bebens sogar mit 7 an. Samstag früh wurde ein Nachbeben der Stärke 5 gemessen. Izmir ist mit rund 4,5 Millionen Einwohnern nach Istanbul und Ankara die drittgrößte Stadt in der Türkei. Das Viertel Bayrakli der Metropole wurde besonders schwer getroffen.

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