Von Ladendetektiven

Unschuldige Schülerin verfolgt und „ausgesackelt“

„Mama, ich hab solche Angst!“ Der Schock sitzt einer Mutter aus Linz noch in den Knochen. Ihre elfjährige Tochter hatte sie verzweifelt angerufen. Das Kind war zwei übermotivierten Ladendetektiven in die Hände gefallen, die es zuerst verfolgt und dann im Linzer Stadtzentrum seine Jacke und Schultasche untersucht hatten.

Mutter Jennifer N. schildert den Vorfall so: Paula (11) hatte bei Thalia in der Linzer Landstraße für ihren Onkel eine Geburtstagskarte gekauft und drei Fimo-Klötzchen angeschaut, dann zurückgelegt. Nachdem sie ihren Einkauf bezahlt hatte, fuhr sie mit der Straßenbahn zum Taubenmarkt. Plötzlich stellten sich zwei Ladendetektive dem kleinen Mädchen (1,30 Meter groß, 24 Kilo schwer) in den Weg: „Wir arbeiten mit der Polizei zusammen. Du warst gerade beim Thalia und hast dir Fimo genommen.“

Mädchen weinte bitterlich
Paula sagte: „Ja, ich hab sie mir aber nur angeschaut.“ Sie wollte weitergehen, die beiden „Spürnasen“ hinderten das Kind aber daran: „Du musst uns jetzt deine Schultasche und deine Jacke zeigen, sonst müssen wir dich mitnehmen!“ Einer der Detektive räumte die Schultasche aus. Paula weinte bitterlich und sagte ständig: „Ich hab nichts, ich hab nichts!“

„Ist unser Beruf“
Sie musste dann auch noch ihre Jacke ausziehen und durchsuchen lassen. Da die Detektive auch in der Schultasche nichts fanden, räumten sie diese wieder ein, wandten sich Paula zu und sagten nur: „Es wird viel gestohlen, das ist unser Beruf.“ Dann verschwanden sie.

„Klares Fehlverhalten“
Thomas Zehetner, Geschäftsführer von Thalia Österreich: „Wir haben uns mehrmals bei der Familie entschuldigt. Das war ein klares Fehlverhalten.“ Christian Vogl von der Detektei S.E.C.: „Da ist ein Fehler passiert. Mein Mitarbeiter ist seit 16 Jahren bei uns und sehr professionell. Wir haben uns mehrfach bei der Mutter entschuldigt.“

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Mittwoch, 25. November 2020
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