Knapp ein Meter groß

„Ich leide nicht, Krankheit ist ein Teil von mir“

„Ich habe gerade die Führerscheinprüfung bestanden, jetzt bin ich auf der Suche nach einem Auto“, sagt Maria Prähofer glücklich. Die 27-Jährige hat eine Stoffwechselerkrankung, die sie nur 101 Zentimeter wachsen ließ. Sie sitzt im Rollstuhl, aber Zug um Zug verwirklicht sie ihren Traum von der Freiheit.

„Ich leide nicht an meiner Krankheit, sie ist ein Teil von mir“, sagt Maria Prähofer aus Scharten/Eferding. Sie spricht von Mukopolysaccharidose (MPS), die ihr nicht nur Kleinwüchsigkeit beschert, sondern auch Probleme mit den Knochen. Sie hat viele Operationen hinter sich, darunter lebensbedrohliche. Doch ihre Lebensfreude und ihren Mut, selbstständig alles zu meistern, lässt sie sich keinen Millimeter nehmen. Sie arbeitet bei einem Energieversorger, per Taxi fuhr sie zur Arbeit. Oder Geschwister, Eltern fuhren sie. Um unabhängig zu sein, machte sie jetzt den Führerschein.

Die Fahrschule Fairdrive in Linz verfügt über Spezialautos, Bremsen und Gas geben wird über den Joystick gemacht. Schon Ende Jänner hatte sie die Theorieprüfung in der Tasche, dann kam Corona. Die Fahrstunden setzte sie im Juni fort: „Ich saß auf einem Kindersitz!“ Und jetzt hat sie den Schein.

Umbau ist nötig
Sie schaut sich gerade viele Autos an, die sich umbauen lassen: „Die Heckklappe muss sich elektrisch öffnen, es braucht eine elektrische Schiebetür und eine Hebebühne, denn mein Rollstuhl wiegt 170 Kilo, den bringe ich sonst nicht hinein.“ Der Autoumbau ist teuer: „Meine Mama spart schon seit vielen Jahren, um mich dabei zu unterstützen“, sagt sie. Das Ziel ihrer ersten Reise mit dem eigenen Auto ist klar: „Usedom. Ich war als Kind oft dort auf Reha, eine schöne Zeit. Ich will die Insel meiner besten Freundin zeigen!“

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Mittwoch, 21. Oktober 2020
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