06.10.2020 11:26 |

Zustand verbessert

Nawalny: „Ich habe gedacht, ich werde sterben“

Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny erholt sich eigenen Angaben zufolge zunehmend von dem gegen ihn verübten Giftanschlag. Seine Ärzte seien überrascht von den Fortschritten, die er mache, sagte der 44-Jährige in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit einem russischen YouTube-Blogger. Weiters erklärte er, dass er keine Ahnung habe, was genau ihm widerfahren sei. Er habe aber gedacht, er werde sterben.

Es ist das erste Mal, dass der Oppositionspolitiker seit dem Anschlag im August auf Video (siehe Interview unten) zu sehen ist.

Bisher hatte er auf seinem Instagram-Account lediglich Fotos von sich veröffentlicht. Seine Hände würden weiterhin noch merklich zittern, sagte Nawalny. Und er befinde sich in physiotherapeutischer Behandlung.

Nawalny war am 20. August während eines russischen Inlandsfluges zusammengebrochen und nach einer Notlandung zunächst im sibirischen Omsk behandelt worden. Am 22. August wurde er dann zur Behandlung in der Berliner Charité nach Deutschland ausgeflogen.

Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe
Die deutsche Bundesregierung erklärte nach Tests in einem Speziallabor der Bundeswehr, Nawalny sei mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Das Gift war zu Sowjetzeiten entwickelt worden und fällt unter das internationale Chemiewaffenverbot. Am 7. September war Nawalny aus dem Koma erwacht, am 23. September konnte er die Charité verlassen.

Nawalny: „Putin steckt hinter meiner Vergiftung“
In einem Interview mit dem „Spiegel“ erklärte Nawalny, dass er den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Drahtzieher hinter der Vergiftung vermutet: „Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht“, zitierte das deutsche Magazin Nawalny.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).