13.09.2020 06:00 |

Sicherheit, Kontrolle

Die geheimen Botschaften der Wiener Wahlplakate

SPÖ und ÖVP setzen auf die Spitzenkandidaten, die FPÖ auf das Thema Angst, die Grünen auf „Guter-Mensch-Sein“ und die Neos auf Weltoffenheit. Doch welche Plakate erzielen tatsächlich eine Wirkung bei Wählern und warum? André Weinreich, Psychologe in Berlin, hat für die „Krone“ die Plakate analysiert.

„Ein wirksames Plakat muss die bewussten und unbewussten Bedürfnisse der potenziellen Wähler ansprechen“, erklärt André Weinreich. Dazu zählen Angst, Sicherheit, Zugehörigkeit, Kontrolle und Entdeckergeist.

„Dabei gilt: je einfacher, desto besser“
„Diese Bedürfnisse müssen dann auf Plakaten in Sprache und Bilder codiert werden. Dabei gilt: je einfacher, desto besser. Unser Gehirn strengt sich nicht gerne an.“ Diesem Schema ist besonders die FPÖ gefolgt: „Links ist die Bedrohung in Form von ,Fremden‘ codiert. Auf der rechten Seite erscheint als Kontrast in hellen Farben die Lösung: Dominik Nepp, der auch noch kinderlieb ist.“ Diese Plakate seien einfach, strukturiert und leicht zu fassen.

SPÖ und ÖVp setzen auf die Spitzenkandidaten
SPÖ und ÖVP setzen beide auf die Spitzenkandidaten: „Die SPÖ hat dies jedoch besser gelöst. Die Schrift wird durch Bilder unterstützt. Bei der ÖVP sind die Begriffe zu abstrakt, sie verliert dadurch an Greifbarkeit“, so Weinreich.

Wohlfühlen und das Miteinander stehen bei den grünen Plakaten im Vordergrund: „Wir sind gemeinsam füreinander da. Indirekt sprechen sie an, wie man ein guter Mensch sein kann. Dadurch erreichen sie jene, die das sein wollen.“ Die NEOS sind laut Weinreich „etwas verloren“, nicht ganz eindeutig. „Mit dieser Kampagne erreichen sie vor allem ihre Stammwähler.“

Viktoria Graf, Kronen Zeitung

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