04.09.2020 17:32 |

Kinder wohl erstickt

Fünffachmord in Solingen: Haftbefehl für Mutter

Nach der Tötung von fünf Kindern in der deutschen Stadt Solingen hat ein Richter Haftbefehl gegen die Mutter erlassen. Das sagte der zuständige Staatsanwalt am Freitag. Ob die 27-Jährige nun in ein Justizvollzugskrankenhaus kommt, sei noch ungewiss. Laut den Ermittlern habe sie ihre fünf Kinder vermutlich betäubt und erstickt. 

Die Frau habe die Tat ihrer eigenen Mutter in einem Whatsapp-Chat gestanden und sich dann in Düsseldorf vor einen Zug geworfen. Dabei habe sie schwere, aber nicht lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer, gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Emotionale Überforderung der Mutter
Polizei und Staatsanwaltschaft gehen weiters davon aus, dass die Frau die Tat in einem Zustand der emotionalen Überforderung begangen habe. Zuvor habe sie ein Jahr von ihrem letzten Mann, dem Vater von vier ihrer Kinder, getrennt gelebt, sagte Maierhofer.

Drei verschiedene Väter
Die fünf Kinder im Alter von einem bis acht Jahren hätten tot in ihren Kinderbetten gelegen, als die Einsatzkräfte am Donnerstag die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus aufbrachen. Sie seien zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag getötet worden, sagte Maierhofer. Einsatzleiter Robert Gereci berichtete, die sechs Kinder der Frau stammten von drei verschiedenen Vätern. Keiner der drei Väter sei tatverdächtig.

Schulbesuch rettete ältestem Kind womöglich das Leben
Ein elfjähriger Bub, der als einziger der sechs Geschwister überlebte, sei womöglich nur verschont worden, weil er zum Zeitpunkt der Tat in der Schule war, sagte der Leiter der Mordkommission. Die Vermutung sei aber noch nicht gesichert. Der Bub habe noch nicht befragt werden können. In einem schulischen Gruppenchat habe der Elfjährige kurz nach der Tat geschrieben, dass alle seine Geschwister tot seien, sagte Einsatzleiter Robert Gereci.

Keine Anhaltspunkte für Kindeswohlgefährdung
Zuvor hatte die Stadt mitgeteilt, dass die Familie der fünf getöteten Kinder dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt war. „Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet“, erklärte die Stadt. „Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potenziellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt.“

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