28.08.2020 07:58 |

Bedarf nimmt zu

Mehr Kassenplätze für Psychotherapie gefordert

Derzeit gibt es nur für ein Prozent der Bevölkerung krankenkassenfinanzierte Psychotherapie. Doch die Versorgung ist aber immer noch stark an die Geldbörse des einzelnen geknüpft oder mit langem Warten verbunden. Gefordert werden nun mehr finanzierte Psychotherapieplätze und die Aufhebung der Kontingente. Auch einen Gesamtvertrag mit den Krankenkassen brauche es, um eine qualitativ hochwertige Versorgung in Österreich garantieren zu können.

„Durch Corona sind die psychischen Belastungen in Form von Depressionen, Angststörungen und Schlaflosigkeit stark gestiegen“, warnte Peter Stippl, Präsident des Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP). Dass die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) die Plätze um 25 Prozent bzw. 20.000 Einheiten erhöht hat, sei „ein erster wichtiger Schritt, aber mehr denn je braucht es jetzt eine Aufhebung der Kontingente“.

In Tirol kürzere Wartezeiten als in Wien
„Bei der ÖGK versicherte Kinder und Jugendliche können in Tirol sofort und kostenlos bis zu sieben Stunden Psychotherapie in Anspruch nehmen. Wenn wir dieses Modell auf ganz Österreich ausweiten, vermindert das lange Leidenswege und spart den Sozialversicherungen langfristig sehr viel Geld“, so ÖBVP-Präsidiumsmitglied Barbara Haid.

Der Rechnungshof habe die Mehraufwendungen für die Folgen psychischer Erkrankungen im Jahr 2016 mit 300 Millionen Euro bewertet, erinnerte der ÖBVP. Psychotherapeut Richard Rogenhofer beschrieb die aktuelle Situation in Wien so: „Schon Ende des Frühlings sind die freien Plätze fürs restliche Jahr alle weg.“

Ausgeschöpfte Kontingente an Tagesordnung
Eine Podcasterin schildert die derzeitige Situation wie folgt: „Stell dir vor, du gehst mit einer Grippe zu deiner Hausärztin und dort erfährst du, dass du nicht behandelt werden kannst, weil es nur ein Kontingent für zehn Grippepatientinnen gibt, und das sei bereits ausgeschöpft.“ Für Menschen mit psychischen Erkrankungen stehe „genau das an der Tagesordnung“.

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