Verwirrende Auslegung:

Quarantäne trotz eines negativen Corona-Tests

Verwirrung um Regeln nach Kontakt mit einem Infizierten. In Oberösterreich gibt’s derzeit 514 Covid19-Erkrankte. Corona-Fälle bei zwei Besuchern von Lokalen in Linz und in Bad Hall nachgewiesen.

Eine Lehrerin aus dem Bezirk Linz-Land zeigte sich etwas verwirrt aufgrund ihrer Quarantäne trotz negativem Corona-Test. Die Frau hatte einen infizierten Schüler unterrichtet. Was für Unverständnis sorgte: Bei anderen Oberösterreichern, die nach Kontakt mit einem Infizierten negativ getestet worden sind, wurde die Quarantäne wieder aufgehoben. Der Krisenstab erklärt dies wie folgt: Die Erkrankung könne auch nach einem negativen Test noch ausbrechen, deshalb müssen Kontaktpersonen der Kategorie 1 (15 Minuten in einer Entfernung von bis zu zwei Metern neben dem Infizierten, Anhusten, Berühren benutzter Taschentücher, Anspucken, Anschreien oder Händeschütteln) weiter in Quarantäne bleiben.

Gewisses Restrisiko
Hatte man keinen so engen Kontakt, wird die Quarantäne nach einem negativen Test aufgehoben. Stefan Meusburger, medizinischer Geschäftsführer im Ordensklinikum, dazu: „Die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus nach einem negativen Corona-Test doch noch ausbricht, ist zwar gering, aber es könnte sein, wenn enger Kontakt bestanden hat“ - siehe nachfolgendes Interview.

Fälle steigen weiter an
Ein Blick auf dieZahlen: Am Mittwoch um 8 Uhr gab’s mit 448 um 34 Fälle weniger als am Donnerstag um 8 Uhr. Mit Stand Donnerstag, 17 Uhr, gibt’s 514 Infizierte (siehe Grafik). Warnung für Lokalbesucher:Zwischen 29. Juni und 4. Juli hielt sich im Restaurant „Poseidon“ in Pasching ein Erkrankter auf. Am 3. Juli war ein Infizierter zwischen 21 und 23 Uhr im Lokal „Riano“ in Bad Hall und am 4. und 5. Juli im Buffet des Freibads Bad Hall. Dem Cluster „Freikirche“ sind derzeit 190 Fälle zuzuordnen.

„Corona wird uns weiter begleiten“
Stefan Meusburger ist medizinischer Geschäftsführer am Linzer Ordensklinikum. Er spricht im Interview über die Entwicklung der Corona-Tests und wie der Krisenstab „wie mit einer Lupe aufs Land schaut“.

„Krone“: Derzeit werden Verdachtsfälle mit Nasen- und Rachenabstrichen getestet. Sind in Zukunft auch Alternativen wie ein Gurgeltest denkbar?
Stefan Meusburger:
Derzeit erzielen wir mit den Nasen- und Rachenabstrichen die sichersten Ergebnisse.Der Vorteil von solchen Gurgeltests ist zwar, dass sie weniger unangenehm sind, sie sind aber derzeit noch nicht so zuverlässig. Das entwickelt sich aber alles immer weiter. Wir testen derzeit zum Beispiel auch Wangenabstriche. Es kann durchaus sein, dass in ein, zwei Wochen andere Tests ausprobiert werden.

„Krone“: Auch Drogeriemärkte wollen künftig Tests verkaufen. Wie stehen Sie dazu?
Meusburger: Das sehe ich mit sehr großer Skepsis und als keinen Gewinn für die Bevölkerung. Wenn ein Verdacht besteht, sollte man 1450 anrufen und auf die Auskunft der Experten hören.


„Krone“: Es wird jetzt mehr getestet. Gibt’s deshalb mehr Fälle?
Meusburger: Wenn wo ein Verdacht bestanden hat, wurde immer schon sofort getestet. Es gab nur weniger Tests, weil es weniger Verdachtsfälle gab. Die Testungen sind nur ein Puzzleteil im Gesamtkonzept. Es ist auch wichtig, dass sich die Menschen an die Maßnahmen halten.


„Krone“: In Oberösterreich sind derzeit 23 Infizierte im Spital. Auch im Ordensklinikum?
Meusburger: Ja, auch bei uns sind Covid-Patienten. Derzeit sind diese nicht ganz so stark erkrankt wie bei der ersten Welle. Das kann sich aber jederzeit ändern. Wichtig ist, dass sich auch Spitalsbesucher an die Abstands- und Hygieneregeln halten.


„Krone“: Was bringt die Zukunft?
Meusburger: Unser Gesundheitssystem ist super aufgestellt und der Krisenstab schaut wie mit einer Lupe aufs Land. Corona ist noch nicht vorbei und wird uns weiter begleiten - wir sind aber gerüstet. Jemand hat mal gesagt: Prognosen sind unsicher, vor allem wenn sie in der Zukunft liegen.


Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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Dienstag, 04. August 2020
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