07.07.2020 08:51 |

Neue Corona-Fälle

Ausgangssperre für 5 Mio. Menschen in Melbourne

Die australische Regierung schottet den Bundesstaat Victoria nach zahlreichen neuen Corona-Infektionen in dessen Hauptstadt Melbourne vom Rest des Landes ab. Die Grenze zwischen New South Wales und Victoria im Süden des australischen Kontinents wird in der Nacht auf Mittwoch geschlossen, die Grenze zu South Australia ist bereits zu. Victoria hatte am Montag 127 neue Fälle gemeldet - ein neuer Höchstwert. Mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes müssen nun zu Hause bleiben. Die Ausgangssperre tritt um Mitternacht in Kraft.

Der Regierungschef des Bundesstaates, Daniel Andrews, bezeichnete die Entscheidung am Montag als „das richtige Signal“ angesichts der „erheblichen Herausforderungen“ bei der Eindämmung des Virus: „Hier geht es nicht um Bestrafung, sondern um Schutz“, richtet er sich in einem Video an die Bevölkerung. „Das Virus darf sich nicht ausbreiten. Wir müssen alles tun, um das Virus einzudämmen.“ Darum sei es „absolut notwendig“, in den Wohnungen zu bleiben. Andrews sicherte Betroffenen „jede Unterstützung“ zu. „Alle Bedürfnisse“ jedes Einzelnen würden berücksichtigt. 

Ausgangssperre bis Ende Juli
Wegen der neuen Infektionsherde gilt für Melbourne bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Bewohner aus anderen Gegenden sollen betroffene Viertel nicht mehr betreten. Die Polizei kontrolliert die Maßnahmen stichprobenartig und ist auch in Wohnhausanlagen vor Ort.

„Das klingt für mich nach einem Gefängnis“
53 neue Fälle wurden in neun Hochhäusern mit Sozialwohnungen entdeckt. Seit Samstag müssen die 3000 Bewohner - darunter zahlreiche Flüchtlinge und Afroamerikaner - in ihren Wohnungen bleiben. In sozialen Netzwerken sorgt dies für Unmut, gelten doch nicht für alle Einwohner dieselben Regeln: „Wer in einem Haus oder einer Wohnung in den Vorstädten wohnt, darf aus vier Gründen das Haus verlassen. Wer aber in einem der neun öffentlichen Hochhäusern wohnt, wird eingesperrt, von bewaffneten Wächtern bewacht und darf nicht raus? Das klingt für mich nach einem Gefängnis.“

Die Behörden befürchten, in den Hochhäusern könnte sich das Virus ausbreiten wie in „vertikalen Kreuzfahrtschiffen“. Kreuzfahrtschiffe waren unter den ersten Corona-Hotspots, weil sich Passagiere und Besatzung in den schmalen Gängen und Kabinen schnell infizierten.

Australiens Behörden haben bisher mehr als 8500 Corona-Fälle und 105 Tote registriert. In den meisten anderen Regionen des Landes wurden die Corona-Regeln inzwischen wieder gelockert.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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