01.07.2020 10:45 |

Zwei neue Cluster

Über 100 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Österreich ist in den vergangenen 24 Stunden erstmals seit langer Zeit wieder auf mehr als 100 - genau sind es 107 - angestiegen. Am stärksten betroffen ist Oberösterreich: Hier wurden 61 neue Fälle registriert. Sämtliche Betroffene in dem Bundesland hätten sich in geschlossenen Räumen angesteckt, wie die „Krone“ erfuhr. Ebenso wurde am Mittwoch eine weitere Cluster-Bildung in der steirischen Landeshauptstadt bekannt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sprach bei einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag davon, dass es kein Flächenbrand sei, man werde aber die lokalen Clusterbildungen bekämpfen. Ein Grund für den Anstieg sei die Reisetätigkeit aus den Westbalkanstaaten, weswegen Österreich für den Westbalkan eine Reisewarnung verhängt hat

Der Trend hin zu einer steigenden Zahl an neuen Fällen in Österreich hatte sich bereits seit einigen Tagen entwickelt. Neben der Bundeshauptstadt Wien musste vor allem in Oberösterreich eine Zunahme an Neuerkrankten registriert werden.

107 Neuinfizierte in 24 Stunden
Nach österreichweit 69 Neuinfektionen, die von Sonntag auf Montag gemeldet worden waren, hatte es in der Nacht auf Dienstag eine kleine Beruhigung der Lage gegeben. Am Dienstag wurden im 24-Stunden-Vergleich 43 neue Fälle registriert. Doch das war nur von kurzer Dauer. Die Zahlen für Mittwoch sprechen eine eindeutige Sprache: So wurden 107 Neuerkrankte gemeldet.

Alle Ansteckungen in Oberösterreich in geschlossenen Räumen
61 Neuinfektionen wurden in Oberösterreich registriert - sämtliche Betroffene hätten sich in geschlossenen Räumen angesteckt, wie die „Krone“ erfuhr. 24 Neuinfektionen gibt es in der Bundeshauptstadt, neun in der Steiermark, sieben in Niederösterreich, drei in Tirol, zwei in Salzburg und eine im Burgenland. Keine Neuerkrankten wurden lediglich in Kärnten und Vorarlberg gemeldet.

Vor noch etwa zwei Wochen lag die Zahl der aktiv in Österreich an Covid-19 Erkrankten unter 400 - mittlerweile jedoch ist sie wieder weit höher -, exakt sind es aktuell 677.

In Krankenhäusern behandelt werden müssen aktuell 74 Menschen, neun der Erkrankten müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Weitere Todesopfer wurden im 24-Stunden-Vergleich nicht gemeldet.

„Virus nicht auf Urlaub und hochgefährlich“
Besorgt gezeigt hatte sich ob der Entwicklung Gesundheitsminister Rudolf Anschober bereits Anfang der Woche. Einen Grund für den Anstieg ortete er in der einreißenden Sorglosigkeit und der Abnahme des Risikobewusstseins bei einem Teil der Bevölkerung. „Mein dringender Appell geht daher genau an diesen Teil der Bevölkerung, sich durch die wochenlangen guten Zahlen nicht täuschen zu lassen“, sagte Anschober. „Das Virus ist nicht auf Urlaub, es ist weiterhin unter uns und es ist hochgefährlich.“

Das zeigt sich nun bereits wenige Tage später: Ein Grund für den Anstieg der Fälle sei die Reisetätigkeit aus den Ländern der Westbalkanstaaten, wie Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erklärte. Es gebe in Österreich bereits Fälle, die auf Reisende vom Westbalkan zurückzuführen seien, wo viele Österreicher bzw. in Österreich Arbeitende familiär verwurzelt sind. In Slowenien und Kroatien seien ebenfalls vermehrt Cluster von Neuerkrankungen durch Rückkehrer vom Westbalkan zu beobachten.

„Höchst aufmerksam sein“
„Wir sind derzeit in Phase 3 angekommen“, so Anschober bei der Pressekonferenz. Man habe im Zuge der Öffnungen keine wesentlichen Zuwächse in Österreich registrieren müssen, in der Phase der Stabilisierung jedoch eine teilweise Erhöhung der Fälle. Nun gelte es „höchst aufmerksam zu sein“, mahnte Anschober. Denn mit Blick auf die Entwicklung der Lage in Österreich mussten in den letzten 24 Stunden „deutliche Zuwächse“ verzeichnet werden. Mit 107 Neuinfektionen sei man „erstmals seit vielen Wochen wieder dreistellig“, so der Gesundheitsminister.

Anschober: OÖ-Cluster-Bildung im Umfeld einer Freikirche
Das Gros an Neuinfizierten wurde in Oberösterreich registriert - hier habe sich die Zahl der Erkrankungen innerhalb eines Tages um 2,48 Prozent erhöht (zum Vergleich: In Gesamtösterreich stieg die Zahl der aktiv Erkrankten um 0,6 Prozent). So habe es eine Cluster-Bildung im Umfeld einer Freikirche gegeben, berichtete Anschober, der zugleich betonte, dass das Land Oberösterreich umgehend Maßnahmen setzen werde. So werde „rigoros“ wegen des regionalen Clusters vorgegangen, so Anschober. Es sei „wichtig, dass es kein Bundestrend wird“.

Weiterer Cluster in der Steiermark
Doch auch in der steirischen Landeshauptstadt Graz hat sich ein weiterer Corona-Cluster gebildet: Zehn Personen einer Baufirma wurden positiv getestet auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse von weiteren 60 Personen sind noch ausständig. Ein Großteil der Mitarbeiter stammt aus Griechenland. Sie waren auf mehreren Baustellen, auch in Wien, tätig.

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