30.06.2020 22:17 |

Wahlzuckerl?

Kroatien: Einreise aus Bosnien wieder gelockert

Nach nicht einmal einer Woche hebt die kroatische Regierung die zuletzt wieder verschärften Einreisebeschränkungen aus Bosnien auf. Obwohl die Corona-Infektionszahlen weiter steigen, wird bei der Einreise aus dem Nachbarland keine Selbstisolierung mehr vorgeschrieben. Regierungskritiker vermuten Wahlkampftaktik hinter dem Schritt. 

Die am 25. Juni in Kraft getretenen Einreisebeschränkungen hatten insbesondere unter bosnischen Kroaten für Unmut gesorgt. Sie gelten als treue Wähler der regierenden konservativen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), der bei der Parlamentswahl die Abwahl droht.

Auslandskroaten als Zünglein an der Waage
Für die Auslandskroaten sind im 151-köpfigen Sabor (Parlament) drei Sitze reserviert. Den Ausschlag geben dabei in der Regel die 96.500 Wähler in Bosnien-Herzegowina, was fast die Hälfte der gesamten kroatischen Diaspora ist. Bei einem knappen Wahlausgang könnten diese Mandate darüber entscheiden, wer künftig die Regierung stellt.

Innenminister Davor Bozinovic, Leiter des Zivilschutzstabs, wies eine Verbindung mit bevorstehenden Wahlen zurück. Die Entscheidung sei im Interesse der kroatischen Wirtschaft getroffen worden, sagte er laut Medien. Nach der Verschärfung des Grenzregimes zu Bosnien gab es Berichte über leere Strände und Hotels in der dalmatinischen Küstenstadt Makarska, einem beliebten Urlaubsziel für Touristen aus Bosnien. Mit Bezug auf die EU-Liste soll Kroatien die verpflichtende Selbstisolation auch für Serbien und Montenegro aufheben.

Kroatien noch auf slowenischer „grünen Liste“
Unterdessen wies Bozinovic Informationen aus Slowenien zurück, wonach Kroatien wegen zunehmenden Infektionszahlen die Nachtlokale schließen und größere öffentliche Veranstaltungen verbieten werde. Der slowenische Regierungssprecher Jelko Kacin hatte zuvor angedeutet, dass Ljubljana das Nachbarland aufgrund von entsprechenden Zusicherungen vorerst auf der „grünen Liste“ der epidemiologisch sicheren Länder gelassen hat, obwohl steigende Infektionszahlen eine Herabstufung erforderlich machten.

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