27.06.2020 19:13 |

4. Kurden-Demo in Wien

Wolfsgrüße, aber „so gut wie keine Vorfälle“

Anders als an den drei Abenden zuvor ist die vierte Kundgebung von kurdischen und linken Aktivisten am Samstag in Wien friedlich und so gut wie ohne Zwischenfälle verlaufen. „Es gab wenig bis keine Vorfälle“, hieß es vonseiten der Polizei. Demnach nahmen insgesamt rund 1500 Personen an der Kundgebung am Columbusplatz in Favoriten und dem anschließenden Marsch Richtung türkische Botschaft in Wieden teil. In einem krone.at zur Verfügung gestellten Amateurvideo (siehe Video oben) ist der Demonstrationszug in der Goldeggasse zu sehen. Rund um die Anti-Faschimus-Demonstration war es erst am Vorabend zu Auseinandersetzungen mit Anhängern der „Grauen Wölfe“ und der Polizei gekommen.

Die Demonstranten zogen am Samstagnachmittag vom Columbusplatz Richtung türkische Botschaft in Wien-Wieden, wie auch in mehreren Videos auf Twitter zu sehen war. Die Kundgebung startete mit etwa 450 Teilnehmern, danach machten sich die Demonstranten Richtung türkische Botschaft auf und erhielten dabei weiteren Zustrom. Letztlich wurden rund 1500 Teilnehmer gezählt.

Auf einem der Transparente war zu lesen: „Freiheit für alle politische Gefangenen! Kein Kniefall vor dem Diktator Erdogan“. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war darauf mit Hitler-Bart abgebildet.

Auf einem Transparent der Antifa stand: „Gemeinsam gegen Faschismus“. Neben Fahnen der Antifa wurden beispielsweise Flaggen der YPJ getragen. Die YPJ sind die Frauenkampfverbände der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), einer bewaffneten Kurden-Miliz in Syrien.

In den vergangenen Tagen war es in Wien-Favoriten wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und linken Demonstranten einerseits mit türkisch-ultranationalistischen und rechtsextremen Gegendemonstranten andererseits gekommen. Es gab Verletzte, Festnahmen und Sachschäden. Daher herrschte für die Kundgebung am Samstag erhöhte Aufmerksamkeit bei der Polizei.

Vereinzelte Wolfsgrüße und Böller
Auf Twitter meldeten Teilnehmer der Demonstration am Samstag Sichtungen des verbotenen Wolfsgrußes und „vereinzelte Provokationen von ,Grauen Wölfen'“. Auch wurden vereinzelt Böller gemeldet, generell blieb die Lage aber im Vergleich zu den Vorabenden ruhig.

Die Polizei sprach ebenfalls davon, dass vereinzelt Pyrotechnik eingesetzt wurde. Laut einer APA-Reporterin an Ort und Stelle kam es während des Demonstrationszuges zu einem kleinen Tumult, als mehrere Frauen den verbotenen Wolfsgruß der ultranationalistischen türkischen „Grauen Wölfe“ zeigten. Daraufhin flogen Böller.

Verletzte oder Festnahmen gab es laut Polizei nach Stand Samstagabend unmittelbar nach Ende der Demo dieses Mal keine. Die Demonstranten gelangten zwar in die Prinz-Eugen-Straße, die türkische Botschaft dort war vorbeugend aber von der Polizei weitläufiger abgesperrt worden.

Polizeieinsatz beim Ernst-Kirchweger-Haus
Allerdings musste die Polizei dann in den Abendstunden erneut rund um das Ernst-Kirchweger-Haus in Favoriten einschreiten, möglicherweise eine erneute Eskalation verhindern.

Das EKH war im Zuge der Auseinandersetzungen an den Vorabenden bereits attackiert worden. Im Ernst-Kirchweger-Haus ist neben mehreren linken Kultur- und Politinitiativen auch der linke türkische Verein ATIGF untergebracht.

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