20.06.2020 20:53 |

Protest in Göttingen

Quarantäne: Wütende Bewohner attackieren Polizei

Nach der Erkrankung von 120 Bewohnern eines Mehrparteienhauses in der niedersächsischen Stadt Göttingen steht mittlerweile der gesamte Wohnkomplex unter Quarantäne. Die Stimmung unter den rund 700 Bewohnern ist zum Zerreißen angespannt. Am Samstag kam es zu Ausschreitungen, Polizisten wurden mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Einige trugen Verletzungen davon.

Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut über die strengen Quarantänemaßnahmen wegen des Coronavirus angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mehrere Bewohner hatten demnach versucht, Bauzäune, die die Stadt aufgestellt hatte, zu überwinden. Die Polizei musste intervenieren. Es kam auch zum Einsatz von Tränengas.

Oberbürgermeister verhandelt mit Bewohnern
Am frühen Abend beruhigte sich die Lage wieder. Zwischenzeitlich hatte sich auch der Oberbürgermeister der Stadt dorthin begeben, um mit den wütenden Menschen das Gespräch zu suchen.

Unterkunft für Menschen mit prekären Wohnverhältnissen
Die Stadt Göttingen hatte am Samstag mit den Nachtestungen der Bewohner begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion untersucht werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. Zuvor hatte die Stadt die rund 700 Menschen unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

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