11.05.2020 07:30 |

Sommer 2020

Der Hüttenromantik droht ein böses Erwachen

Ab 29. Mai dürfen Hotels und Beherbergungsbetriebe wieder öffnen. Das gilt auch für Berghütten. Die „Krone“ hat auf der Tilisuna-Hütte, einer der beliebtesten Hütten im Rätikon nachgefragt, was sich Wirt Markus Jankowitsch vom Sommer 2020 erwartet. Die Aussichten sind derzeit nicht gerade rosig...

Viel Schnee findet man nicht mehr, rund um die auf 2211 Meter gelegenen Tilisuna-Hütte im Rätikon. Einer vielversprechenden Saison sollte eigentlich nichts im Wege stehen. Wäre da nicht die Corona-Krise. „Fakt ist, dass wir Einbußen haben werden“, sagt Hüttenwirt Markus Jankowitsch, der den Saisonstart für 11. Juni geplant hat.

Gründe dafür gibt es mehrere:

  • Durch die Gastronomie-Verordnung reduzieren sich die Sitzplätze um 45 Prozent, in zwei Gasträumen stehen nur noch 60 Sitzplätze zur Verfügung. Dasselbe gilt für die Terrasse.
  • Auch in den Mehrbettzimmern und Matratzenlagern müssen die Kapazitäten reduziert werden. Nimmt Jankowitsch die Empfehlung der Wirtschaftskammer sehr ernst, stehen in diesem Sommer nur noch 60 Schlafplätze zur Verfügung - im Vergleich zum Normalbetrieb ist das nur die Hälfte.
  • Die Tilisuna-Hütte liegt im unmittelbaren Grenzgebiet zur Schweiz. „70 Prozent unserer Tagesgäste, die bei uns einkehren kommen aus der Schweiz herüber“, erzählt Jankowitsch. „Bei den Übernachtungen entfallen beinahe 75 Prozent auf Gäste aus Deutschland.“ Heißt: Ohne eine Grenzöffnung schaut die Situation düster aus. „Sollten die Grenzen im Juni aufgehen, werden wir mit einem blauen Auge davonkommen. Ich rechne mit einem Rückgang von 30 Prozent. Sollten die Grenzen aber geschlossen bleiben, haben wir ein massives Problem.“

Ungeklärte Fragen bereiten Kopfzerbrechen

Problematisch ist auch die Situation bezüglich der Arbeitskräfte, mit denen Jankowitsch plant. „Ich hatte zuletzt nepalesische und ungarische Mitarbeiter. Ob die in dieser Saison überhaupt einreisen dürfen ist unklar“, sagt der Wirt, der in den Wintermonaten beim Roten Kreuz arbeitet. Zudem gibt es bislang keine aktualisierten Informationen, wie die hygienischen Maßnahmen in den Matratzenlagern ausschauen sollen. „Diese Fragen müssen so rasch wie möglich beantwortet werden.“ 

Peter Weihs
Peter Weihs
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