Strecke für Raser

5 Unfalltote am Grundstück: „Vergesse Anblick nie“

Bei einem Horrorunfall mit einem VW Golf sind Sonntagfrüh auf der Nußbacher Straße in Adlwang in Oberösterreich eine 15-Jährige und ein 20-Jähriger ums Leben gekommen. Der Fahrzeuglenker (19) überlebte schwer verletzt. Nahezu an der gleichen Stelle waren vor sieben Jahren drei Freundinnen bei einem Crash gestorben. Karl Spitzbart (69) kam in beiden Fällen jeweils als Erster auf seinem Grundstück zu den Verunglückten: „Den Anblick vergesse ich nie.“

„Es ist ein Wahnsinn, wenn man nicht mehr helfen kann und junge Leute tot sind“, ist Karl Spitzbart, auf dessen Grundstück das Auto geschleudert wurde, erschüttert: „Bei dem Anblick sind mir die Tränen gekommen.“

Bursch blutverschmiert
Es war gegen 4 Uhr früh, als an der Haustür sturmgeläutet wurde. „Unser Sohn Dominik hat aufgemacht und ist von einem blutverschmierten Bursch um Hilfe gebeten worden - es war der Unfalllenker“, so Spitzbart.

Tote persönlich gekannt
Er selbst sei mit dem 19-Jährigen aus Rohr im Kremstal sofort zum Wrack geeilt, das hinterm Bauernhof stand. Der Lenker ersuchte Spitzbart verzweifelt, seiner Freundin am Beifahrersitz zu helfen. „Dort war alles voll Blut, wir haben das Mädchen herausgehoben, leider war es schon tot, auch wenn der Bursch das nicht glauben wollte - es war furchtbar“, betont der 69-Jährige, der die 15-Jährige aus Leonstein auch persönlich kannte.

Aus dem Auto geschleudert
Ihr Freund habe im Schock einen heftigen Schüttelfrostanfall bekommen und sei ins Klinikum Steyr gebracht worden. Der zweite Tote, ein 20-Jähriger aus Bad Hall, lag 27 Meter entfernt bei der Stallzufahrt. Spitzbart: „Er dürfte beim Anprall am Obstbaum aus dem Wagen geschleudert worden sein.“

Strecke für Raser
Laut Polizei ist die Unfallursache noch unklar. Spitzbart vermutet, dass hohe Geschwindigkeit eine Rolle gespielt haben könnte. „Teilweise rasen hier welche mit 200 km/h vorbei“, sagt der Altbauer. Er hofft, dass endlich Maßnahmen zur Temporeduktion gesetzt werden.

Drei Mädchen gestorben
Bereits 2012 starben auf seinem Grundstück drei Mädchen. Zwischen den zwei Unfallstellen von 2012 und der vergangenen Nacht liegen nicht einmal sieben Meter. „Damals sind drei Mädchen gestorben. Ich hab sie jedes Mal vor Augen, wenn ich am Marterl vorbeikomme. Und jetzt kommen noch die schrecklichen Bilder vom Mädchen und dem Bursch dazu. Es ist furchtbar“, so Spitzbart.

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Damals sind drei Mädchen gestorben. Ich hab sie jedes Mal vor Augen, wenn ich am Marterl vorbeikomme. Und jetzt kommen noch die schrecklichen Bilder vom Mädchen und dem Bursch dazu.

Karl Spitzbart (69) aus Adlwang

Antrag abgewiesen
Bürgermeister Karl Mayr verweist darauf, dass das Land vor Jahren einen entsprechenden Antrag der Gemeinde abgewiesen hatte: „Wir werden es jetzt wieder versuchen.“

Vier Tote in 36 Stunden
Das vergangene Wochenende war traurig. Bereits am Freitag starben zwei Motorradfahrer. Binnen 36 Stunden kamen auf Oberösterreichs Straßen vier Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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Freitag, 29. Mai 2020
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