06.04.2020 12:30 |

Lieferung umgeleitet?

Schutzmasken-Krimi zwischen USA und Deutschland

Der Schutzmasken-Krimi zwischen Berlin und Washington bleibt rätselhaft: Die USA haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken ins eigene Land umgeleitet. „Die Regierung der Vereinigten Staaten hat nichts unternommen, um für Deutschland bestimmte 3M-Lieferungen umzuleiten, noch wussten wir irgendetwas von solchen Sendungen“, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Berlin. Immer mehr Länder beklagen unfaire Vorgangsweisen und zunehmende Rivalität in der Corona-Krise.

„Die USA arbeiten mit ihren Partnern und Verbündeten solidarisch daran, humanitäre Hilfe für bedürftige Länder bereitzustellen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.“ Man sei besorgt „über die allgegenwärtigen Versuche, die internationalen Anstrengungen durch Desinformationskampagnen ohne Angaben von Quellen zu spalten“.

Berliner Senator: „Akt moderner Piraterie“
Eine für die Berliner Polizei bestimmte Lieferung von 200.000 Schutzmasken, die von der US-Firma 3M stammen soll, war auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Berlins Innensenator Andreas Geisel hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA „konfisziert“ worden. Er hatte von einem „Akt moderner Piraterie“ gesprochen. Im „Morgenmagazin“ des ZDF wiederholte er am Montag zwar nicht den Vorwurf der Konfiszierung, sagte aber erneut, die Masken seien in den USA gelandet.

Der Sprecher der US-Botschaft erklärte, dass die USA die inländische Produktion medizinischen Materials deutlich hochgefahren habe und gleichzeitig Überangebote anderer Länder aufkaufe, um den eigenen Bedarf zu decken. Die US-Regierung werde aber Maßnahmen gegen Wucherpreise und Geschäftemacherei mit der Pandemie ergreifen.

Immer mehr Länder beklagen unfaire Vorgangsweisen und zunehmende Rivalität in der Corona-Krise. Auch Frankreich sprach zuletzt von ausbleibenden Lieferungen und einer „beträchtlichen Nachfrage der Vereinigten Staaten in China“. Aus Kanada gibt es ähnliche Vorwürfe gegen die USA. Regierungschef Justin Trudeau nannte sie „besorgniserregend“ und kündigte eine Überprüfung an.

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