06.03.2020 07:12 |

„Rapide Ausbreitung“

6250 Fälle: Nun volle Reisewarnung für Südkorea

Südkorea bleibt nach China das weltweit am meisten betroffene Land: Die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen in dem Land auf der koreanischen Halbinsel ist stark gestiegen. Am Donnerstag seien 518 weitere Fälle erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 6248. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sieben auf 42. Das österreichische Außenministerium setzt die Sicherheitsstufe aufgrund der dortigen Entwicklung auf die höchste Stufe hinauf - das bedeutet eine volle Reisewarnung für Südkorea und auch den Iran.

Die Reisewarnung werde „aufgrund der besonders rapiden Ausbreitung des Coronavirus in diesen beiden Ländern“ ausgesprochen, erklärte Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer Freitagfrüh der APA. Das bedeutet, dass vor Reisen dorthin dezidiert gewarnt wird und Österreicher, die sich dort aufhalten, dringend ersucht werden, sich unverzüglich mit der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde in Verbindung zu setzen. Im Land lebenden Österreichern wird dringend empfohlen, es zu verlassen.

Südkorea nach China weltweit am meisten betroffen
In keinem anderen Land außerhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet als in Südkorea. Wieder wurden die meisten der neuen Infektionen in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region diagnostiziert, die im Zentrum des Ausbruchs in Südkorea stehen. Fast 4700 Fälle wurden bisher allein in Daegu erfasst. Dort tritt die größte Häufung unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu auf, die auch Verbindungen nach China hat.

Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Seitdem versuchen die Behörden, vor allem die Ausbreitung des neuen Coronavirus im Südosten des Landes einzugrenzen.

Mehr als 53.000 Patienten in China wieder gesund
In China ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit weiter gestiegen: Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, kamen im Vergleich zum Vortrag 30 Opfer hinzu. 29 Todesfälle wurden in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei registriert, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Ein weiteres Opfer meldete die südchinesische Inselprovinz Hainan. Insgesamt starben bisher mehr als 3000 Menschen in China an dem Erreger. Die Zahl der neuen Infektionen stieg bis Freitag um 143 auf nun 80.552 Fälle. Mehr als 53.000 Patienten haben sich den offiziellen Angaben zufolge jedoch erholt und wurden entlassen.

Die Coronavirus-Epidemie dürfte Experten zufolge das chinesische Wirtschaftswachstum im laufenden Quartel etwa halbiert haben. Damit wären die Folgen schwerwiegender als bisher erwartet. In diesem Quartel werde das Wachstum wohl auf 3,5 Prozent nach 6,0 Prozent im Vorquartal fallen, heißt es in einer Reuters-Umfrage vom 3. bis zum 5. März unter mehr als 40 Wirtschaftswissenschaftlern in- und außerhalb der Volksrepublik. Mitte Februar gingen die Experten im Mittel noch von einem Wachstum von 4,5 Prozent aus.

China setzt gewisse Umweltauflagen aus
Aus diesem Grund kündigte Chinas Umweltministerium an, die Umweltprüfungen für „dringend benötigte“ Projekte zum Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie auszusetzen. Eine Abschätzung etwaiger Folgen für die Umwelt gehört üblicherweise zum Genehmigungsverfahren.

Informationen zu allgemeinen Fragen bezüglich des Coronavirus gibt es rund um die Uhr bei der Hotline 0800 555 621. Wer Coronavirus-Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu Hause bleiben und unter der Telefonnummer 1450 den Rat von Experten einholen.

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