05.03.2020 10:28 |

Skurrile Blüten

Maori verzichten auf Nasenbussi, Klopapier knapp

Die Angst vor einer Übertragung des Coronavirus treibt teils skurrile Blüten. Hamsterkäufe, leergeräumten Nudel- und Konservenregale und Rekordpreise für Desinfektionsmittel - wer glaubt, der Gipfel der globalen Panik sei bereits erreicht, der irrt. In Litauen hat ein Mann aus Angst vor dem Virus seine Frau im Badezimmer eingesperrt. Er ließ sie dort nicht mehr heraus, nachdem sie ihm erzählt hatte, sie habe sich mit jemandem unterhalten, der aus dem Ausland zurückgekehrt sei, teilte die Polizei mit. In Australien hilft eine Zeitung mit Klopapier aus und die neuseeländischen Ureinwohner Maori verzichten auf ihr traditionelles Nasenbussi zur Begrüßung.

Die Ureinwohner in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington wollen in Zeiten des neuen Coronavirus auf den traditionellen Nasengruß verzichten, den Hongi. Das Ganze sei kein Verbot, aber eine Sache des gesunden Menschenverstands, machte Stammeschef Kura Moeahu am Donnerstag im Sender Radio New Zealand deutlich. Bei den Maori werden die Nasen aneinander gedrückt, damit man den Lebensatem des Gegenübers spürt. In Neuseeland gibt es drei nachgewiesene Fälle des Virus Sars-CoV-2.

Mann sperrt Frau im Badezimmer ein
In Litauen gibt es bisher nur einen Infektionsfall mit dem neuartigen Erreger. Dabei handelt es sich um einen Mann, der sich zuvor in Norditalien aufgehalten hatte. Doch in Panik vor einer Ansteckung hat nun ein Mann seine Frau sogar im Badezimmer eingesperrt.

Die Frau habe dabei den Verdacht geäußert, sie könnte sich bei dem Gespräch vielleicht mit dem Erreger angesteckt haben. Als die Polizei eintraf, um die Frau zu befreien, gab es weder „Gewalt noch Beschwerden“, wie die Beamten weiter mitteilten. Es sei aber ein Krankenwagen gerufen worden. Örtlichen Medien zufolge fiel der Coronavirus-Test bei der Frau negativ aus.

Klopapier-Krise? Zeitung hilft aus
Kein Klopapier, weil die Leute wegen des neuen Coronavirus die Regale leergekauft haben? Eine australische Lokalzeitung hat sich daraus einen Spaß gemacht. Sie erschien am Donnerstag mit acht leeren Extra-Seiten zum Zurechtschneiden, als Muster ist der australische Kontinent zu sehen.

„Das Klopapier ist ausgegangen? Die “NT News„ kümmert sich darum“, schrieb die Zeitung, die im Norden des Landes erscheint und für freche Schlagzeilen bekannt ist. „Holen Sie sich die limitierte Edition einlagiger Toiletten-Zeitungsblätter.“ Wie in vielen Ländern, in denen das Virus grassiert, gibt es auch in Australien gegenwärtig in den Läden leere Regale wegen der Hamsterkäufe.

Mann in Supermarkt getasert
In Tamsworth ging es sogar soweit, dass die Polizei einen Mann mit einem Taser außer Gefecht setzte. Dieser hatte sich nämlich mit einem anderen Mann und einigen Supermarkt-Mitarbeitern um die letzte Packung Toilettenpapier gestritten. Als es zu Handgreiflichkeiten kam, rückte die Exekutive an.

Thailand rät Reisenden zur Haus-Quarantäne
Thailand empfiehlt Reisenden aus bestimmten Ländern, sich wegen des neuartigen Coronavirus nach der Ankunft in dem südostasiatischen Land für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu begeben. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung. Urlauber werden also nicht verpflichtet, in ihrem Hotel zu bleiben.

Das thailändische Gesundheitsministerium forderte am Donnerstag bestimmte Einreisende außerdem dazu auf, Menschenansammlungen zu vermeiden. Laut einer Liste der zuständigen thailändischen Behörde sind Einreisen aus Deutschland, China, Hongkong, Macau, Taiwan, Südkorea, Japan, Singapur, Italien, Iran und Frankreich betroffen. Israel war sogar noch einen Schritt weitergegangen und verbot Menschen aus Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich oder Spanienn gleich die Einreise.

Desinfektionsmittel für 400 Dollar
Die USA fordert den Online-Versandhändler Amazon unterdessen auf, bei Artikeln zum Schutz gegen das Coronavirus Preistreiberei auf seiner Plattform zu unterbinden. Eine Schachtel mit kleinen Handdesinfektionsflaschen, die normalerweise für 10 Dollar verkauft werden, würde online für 400 Dollar gelistet, schreibt US-Senator Edward Markey in einem Brief an den Handelsriesen.

Ein Drittanbieter listet eine Flasche des Mittels für 600 Dollar. Allerdings würde eine große Flasche der Amazon-Marke weiterhin für 8,25 Dollar angeboten, so Markey. Amazon stand nicht sofort für eine Stellungnahme zur Verfügung. Das Unternehmen hatte vergangene Woche mehr als eine Millionen Produkte gesperrt, die behauptet hatten, das Virus heilen oder vor der Ansteckung schützen zu können.

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