04.03.2020 06:00 |

Für Genuss ohne Reue

50 Cent mehr pro Schnitzel für weniger Tierleid

Das Schnitzel ist des Österreichers liebste Speise. Saftig und hell soll es sein. Die „Krone“ zeigt die dunkle Seite des weißen Fleisches auf - und wie Genuss ohne Reue geht. Es ist ein Thema, das Österreich massiv bewegt: die Berichte der „Krone“ über die qualvollen Transporte von Kälbern. Als Baby von Österreich nach Spanien zur Mast, dann wochenlang in den Libanon, um dort letztendlich unter unwürdigsten Bedingungen geschlachtet zu werden. Oder sollte man sagen: hingerichtet.

Wir wollen Ihnen sicher nicht den Appetit auf das Schnitzel nehmen – aber Sie sollen darüber Bescheid wissen, woher es kommt. Und was jeder tun kann, um dieses Tierleid zu verhindern. Jedes Jahr werden an die 50.000 Kälber von österreichischen Bauern ins Ausland verkauft! Der Grund dafür ist wirtschaftlich erklärt: Die Aufzucht, die Mast dieser Tiere sind in Österreich selbst einfach nicht rentabel.

Unsere Landwirte haben höhere, strengere Standards und können im unglaublichen Preiskampf kaum oder nur sehr schwer mithalten. Holland hat sich zum Zentrum der Kälbermast entwickelt, und bereits jedes dritte Kalb in der EU lebt – zumindest für einige Zeit – in den Niederlanden. Riesige Betriebe und hocheffiziente Turbomast kennzeichnen dieses System.

Damit das Fleisch weiß bleibt, erhalten die Kälber nahezu nur Milch oder Milchersatz. Die Hauptkomponente: Palmölfett und Molkepulver in Wasser angerührt - so, wie es bei uns gar nicht erlaubt wäre. Untersuchungen zeigen, dass es durch die Fehlernährung zu Geschwüren in den Mägen der Tiere kommt. Eine Qual für die Kälber.

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Kurz und gut: Bis so ein Schnitzel auf dem Teller liegt, hat es oft nicht nur Tausende Kilometer hinter sich gebracht - und das in Zeiten der Klimakrise. Nein, es hat viele unterschiedliche Varianten von Leid erdulden müssen.

Schon am ersten Lebenstag der Mutter entrissen
Schon am ersten Lebenstag wird es der Mutter entrissen. Es folgt ein Transport über Stunden und Tage. Währenddessen haben die kleinen, wenige Tage alten Geschöpfe nicht die Möglichkeit, Nahrung aufzunehmen. Denn kaum ein Frächter will sich die Tränkenleitungen in seinem Lkw durch Milchzucker verkleben lassen.

Wie bereits erwähnt: 50.000 Kälber verlassen Österreich pro Jahr. Im selben Zeitraum wird das Fleisch von 100.000 Kälbern importiert! Ein krankes System, das besser heute als morgen ein Ende finden muss. Wir müssen unsere heimischen Bauern stützen und Tiere schützen! Das bedeutet: eine Kennzeichnungspflicht für alle Produkte tierischen Ursprungs - in der Gastronomie ebenso wie bei Fertigprodukten.

50 Cent mehr pro Schnitzel muss drin sein
Kalbfleisch aus Österreich hat einen höheren Preis. Aber lediglich 50 Cent mehr pro Schnitzel auf dem Teller müssten wir bereit sein dafür auszugeben! Was für ein lächerlicher Betrag dafür, dass Tierleid verhindert wird, unsere Bauern unterstützt werden und man ohne schlechtes Gewissen konsumieren kann. Und wenn Sie das noch toppen wollen, dann greifen Sie zu Bio!

Maggie Entenfellner und Christa Blümel, Kronen Zeitung

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