29.02.2020 08:21 |

Wirtschaft bricht ein

Furcht vor Coronavirus führt zu Absagen von Events

Weltweit werden wegen der Ausbreitung des Coronavirus immer mehr Veranstaltungen gestrichen. Die US-Regierung sagte am Freitagabend ein für den 14. März geplantes Gipfeltreffen mit den Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) in Las Vegas ab. Unterdessen bricht die chinesische Wirtschaft ein und Südkorea meldete den höchsten Anstieg an Neuinfektionen seit dem Auftreten der ersten Fälle des Virus in dem Land. 

„Die USA haben zusammen mit ihren Partnern die schwierige Entscheidung getroffen, das Treffen der Staats- und Regierungschefs der ASEAN-Staaten zu verschieben“, sagte am Freitag in Washington der Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. US-Präsident Donald Trump sollte am 14. März Gastgeber in Las Vegas sein. Die zehn ASEAN-Mitgliedstaaten sind: Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar, Brunei und Singapur.

United Airlines verschiebt Investorentag
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) strich ihr Jahres-Symposium vom 17. bis 19. März in der Schweiz. Die große US-Fluggesellschaft United Airlines verschob ihren für Donnerstag geplanten Investorentag. Kurz zuvor war die weltgrößte Reisemesse ITB Berlin vom 4. bis 8. März abgesagt worden.

Schweiz verbietet Sport-Groß-Events
Die WADA teilte mit, Grundlage für die Absage des Symposiums sei die Entscheidung der Schweizer Behörden gewesen. Der Bundesrat verbot wegen des Ausbruchs von Sars-CoV-2 bis zum 15. März alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern. So wurden auch alle Fußball-Erstligapartien des Wochenendes auf einen unbestimmten Termin verlegt.

594 neue Fälle innerhalb eines Tages in Südkorea
Südkorea vermeldete unterdessen den höchsten Anstieg an Neuinfektionen in Südkorea seit dem Auftreten der ersten Fälle des neuartigen Virus in dem Land. Es seien innerhalb eines Tages 594 neue Fälle registriert worden, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Zugleich starben drei weitere Menschen an Covid-19, die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 16. Insgesamt sind den Angaben zufolge in Südkorea damit fast 3000 Infektionsfälle bestätigt. Das sind weltweit mit Abstand die meisten Fälle außerhalb Chinas.

Schon 2835 Todesfälle in China
In China selbst starben innerhalb eines Tages weitere 47 Menschen an der neuartigen Lungenkrankheit, damit gibt es in der Volksrepublik nun schon 2835 Todesfälle. Zugleich vermeldete die staatliche Gesundheitskommission in Peking am Samstag 427 neue Infektionsfälle, die Gesamtzahl stieg auf mehr als 79.000. Allerdings ist die Zahl der Neuinfektionen seit einigen Tagen relativ gering, sie liegt deutlich unter den Tausender-Zahlen der vergangenen Wochen.

Chinesische Industrie so stark eingebrochen wie noch nie
Die chinesische Industrie ist wegen des Ausbruchs der Coronavirus-Epidemie so stark eingebrochen wie noch nie. Der amtliche Einkaufsmanagerindex (PMI) sank im Februar auf 35,7 Punkte von 50,0 Punkten im Jänner, wie das nationale Statistikamt am Samstag mitteilte. Damit liegt das Barometer deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der anziehende Geschäfte signalisiert werden. Das Coronavirus hat dazu geführt, dass Waren nicht ausgeliefert werden konnten oder gar nicht erst produziert wurden, da Arbeiter wegen Ansteckungsgefahren zu Hause bleiben mussten. Aufgrund von Quarantäne-Bestimmungen und Reisebeschränkungen sieht es auch im Dienstleistungssektor nicht besser aus.

Die US-Notenbank wird nach den Worten von Fed-Chef Jerome Powell angemessen handeln, um die Wirtschaft angesichts des Coronavirus-Ausbruchs zu unterstützen. „Die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft bleiben stark“, sagte Powell am Freitag. „Das Coronavirus stellt die Wirtschaftsaktivität allerdings vor zunehmende Risiken.“

Chinesische Forscher arbeiten an Schnelltests
Chinesische Wissenschafter arbeiten auf Hochtouren an einem Schnelltest, mit dem man Infektionen binnen Minuten klären kann. Eine solche Untersuchungsmethode auf Antikörper im Blut haben chinesische Forscher entwickelt und erfolgreich getestet, berichten sie im „Journal of Medical Virology“ (27. Februar). Der derzeitige Untersuchung auf Virus-Genmaterial erfolgt aus Schleimhautabstrichen der Atemwege. Die PCR-Methode erlaubt damit den direkten Nachweis der Erreger. Die Tests bringen aber erst nach einigen Stunden ein Ergebnis. Die Proben müssen in Labors geschickt werden.

Italienische Regierung beschloss Hilfen für Betroffene
Die italienische Regierung brachte am Freitagabend ein Bündel von Nothilfen für Menschen in den vom Coronavirus stark betroffenen Gebieten auf den Weg. So will das Kabinett den Bürgern die Möglichkeit geben, Zahlungen an Versorgungsunternehmen und Versicherungen vorübergehend auszusetzen. Die durch die Corona-Krise geschwächten Unternehmen Italiens sollten konkrete wirtschaftliche Hilfen erhalten, hieß es.

21 Tote in Italien
Bei dem Coronavirus-Ausbruch in Italien, der in der Lombardei vor rund einer Woche seinen Anfang nahm, stieg die Zahl der erfassten Infizierten in ganz Italien in Richtung 900. Davon starben 21 Menschen bis Freitagabend an der neuen Lungenkrankheit oder im Zusammenhang damit. Elf Gemeinden im Norden sind gesperrt, in weiten Teilen des Landes ist der Tourismus stark geschrumpft.

USA raten vor Reisen nach Italien ab
Die US-Gesundheitsbehörde CDC riet wegen des Coronavirus-Ausbruchs in Italien von nicht notwendigen Reisen in das Land ab. Das US-Außenministerium stufte den Reisehinweis für Italien am Freitagabend (Ortszeit) daher von Stufe zwei („erhöhte Vorsicht walten lassen“) auf Stufe drei („Reisen überdenken“) hinauf - eine Stufe vor der höchsten Stufe vier („nicht reisen“).

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