28.02.2020 11:24 |

Iran sagt Gebete ab

Coronavirus: China beklagt 44 weitere Todesopfer

Weltweit spitzt sich die Lage angesichts des Coronavirus zu. In China ist die Zahl der Todesopfer um 44 auf 2788 geklettert. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, kamen landesweit 327 Neu-Infizierte hinzu, womit die Gesamtzahl der offiziell bestätigten Fälle auf dem chinesischen Festland bei fast 79.000 liegt. Auch in Südkorea weitet sich die Epidemie weiter stark aus, und der Iran sagte mittlerweile in weiten Teilen des Landes die Freitagsgebete ab. 

Mit 318 Infektionen und 41 Todesopfern kamen erneut die meisten Fälle aus der besonders schwer betroffenen chinesischen Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Am Freitag teilte die Regierung in Peking jedoch mit, dass die Zahl von 327 Neu-Infizierten der niedrigste tägliche Anstieg seit mehr als einem Monat gewesen war.

Coronavirus-Patienten in China, die nach ihrer Genesung aus dem Krankenhaus entlassen und wieder positiv getestet wurden, haben sich nach staatlichen Angaben nicht mehr als infektiös erwiesen. Ein Vertreter der Nationalen Gesundheitskommission betonte in diesem Zusammenhang am Freitag zudem, man müsse mehr über das neuartige Virus lernen und den Gesundheitszustand der genesenen Patienten genauer beobachten.

Südkorea stemmt sich mit Konjunkturprogramm dagegen
In Südkorea dagegen gibt es weiterhin mit Abstand die meisten Infektionsfälle außerhalb Chinas. Das Land hat ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem, dessen Statistiken als sehr verlässlich gelten. Der Staat will nun mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm die Folgen des Coronavirus für die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens abfedern. Finanzminister Hong Nam Ki kündigte am Freitag ein Paket im Umfang von mehr als 20 Billionen Won (rund 15 Mrd. Euro) an. 

Mongolischer Präsident nach China-Besuch in Quarantäne
Der Präsident der Mongolei, Battulga Khaltmaa, und andere Regierungsvertreter begaben sich unterdessen nach einem China-Besuch in eine 14-tägige Quarantäne. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Montsame. Battulga hatte am Donnerstag in Peking Chinas Präsidenten Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang getroffen. Er ist das erste Staatsoberhaupt, das China besucht hat, nachdem die Volksrepublik im Jänner erste Sondermaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie eingeleitet hatte.

Freitagsgebete im Iran abgesagt
Der schwer vom Coronavirus betroffene Iran reagierte derweil mit drastischen Maßnahmen auf die Ausbreitung. Im mehreren Teilen des Landes wurden die Freitagsgebete abgesagt. Nach Angaben iranischer Medien finden die für das islamische Land wichtigen Zeremonien in 22 der 31 Provinzen nicht statt. Außer den Freitagsgebeten hat das Gesundheitsministerium von allen öffentlichen Veranstaltungen wie etwa Hochzeitsfeiern oder Trauerzeremonien abgeraten. Schulen und Universitäten bleiben vorläufig geschlossen und werden wohl bis zum Ende der persischen Neujahrsferien Anfang April auch nicht mehr geöffnet. Geschlossen sind weiterhin auch Kinos, Theater und Konzertsäle. Auch Sportveranstaltungen finden entweder gar nicht oder ohne Zuschauer statt.

Russland verhängt Einreiseverbote für iranische Bürger
Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus hat Russland iranischen Staatsbürgern vorübergehend die Einreise verboten. Zudem werde die Einreise südkoreanischer Bürger ab dem 1. März als Vorsichtsmaßnahme untersagt, wie es in im Internet veröffentlichten Dekreten der Regierung heißt. Auch andere Ausländer dürften vorerst nicht mehr über den Iran und Südkorea einreisen. Auch Neuseeland verhängte ein vorübergehendes Einreiseverbot für Reisende aus dem Iran.

Erste Fälle in Neuseeland und Nigeria
Neuseeland und Nigeria bestätigten mittlerweile den ersten Fall von Coronavirus in ihrem Land. Bei dem Patienten in Neuseeland handele es sich eine Person, die kürzlich aus dem Iran zurückgekehrt sei, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Bei dem Infizierten in Nigeria handle es sich um einen Italiener, der in Nigeria arbeite und aus Mailand in die Wirtschaftsmetropole Lagos zurückgekehrt sei, erklärte Gesundheitsminister Osagie Ehanire.

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