28.02.2020 11:01 |

Neueste Entwicklungen

Informationskampagnen-Start und Taskforce „Corona“

Beim täglichen Pressebriefing der Bundesregierung haben Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitagvormittag die wichtigsten Erkenntnisse und neuesten Vorgehensweisen in der Corona-Krise zusammengefasst. So läuft nun die offizielle Informationskampagne an, zudem nimmt am Nachmittag eine Taskforce „Corona“ ihre Arbeit auf. Weiterhin gibt es in Österreich fünf bestätigte Fälle - zwei in Tirol und drei in Wien -, 760 Testungen wurden mittlerweile durchgeführt.

Mit der verstärkten Information wolle man „den Menschen Sicherheit geben, Sorgen ernst nehmen und Fragen beantworten“, sagte Nehammer. Der Zweck aller Maßnahmen sei, „das Virus so gut als möglich einzudämmen“. Bisher wurden laut Nehammer in Österreich rund 760 Tests durchgeführt. Fünf Fälle gelten als bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2, es handle sich bei solchen Zahlen aber immer um Momentaufnahmen.

Erfreuliche Nachrichten, aber auch „besorgniserregende“ Zunahme
Dass mittlerweile international rund 36.300 Menschen als vom Coronavirus geheilt gelten, sei eine der erfreulichen Nachrichten, sagte Minister Anschober. Auch die Entwicklung in China lasse den Schluss zu, dass die dort gesetzten strengen Maßnahmen durchaus erfolgreich seien. Bisher 2858 Todesfälle international und EU-weit 829 bestätigte Erkrankungen, der anhaltend starke Anstieg der Fälle in Italien sowie die Lage in Deutschland mit 48 bestätigten Fällen sei hingegen „durchaus besorgniserregend“. „Die Herausforderung für die nächsten Monate ist groß, auch in Österreich werden die Zahlen zunehmen“, betonte der Gesundheitsminister.

Mit einer Strategie der Eingrenzung versuche man, die Ausbreitung zu minimieren und vor allem „Zeit zu gewinnen“ - zur Erforschung von Medikamenten und zur Entwicklung eines Impfstoffes. „Europa ist sehr, sehr gefordert“, so Anschober.

„Da ist der Amtsweg Vergangenheit“
Im Gesundheitsministerium sei nun die Taskforce „Corona“ eingerichtet worden. Die „zehn besten Köpfe“ würden über kurze Wege zusammenarbeiten und rasch kommunizieren. „Das ist der Amtsweg Vergangenheit“, sagte der grüne Minister. Der Taskforce gehöre unter anderem der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, sowie der Rektor der MedUni Wien, Dr. Markus Müller, als externer Berater an, zudem ein medizinisch-wissenschaftlicher Beirat, bestehend aus acht Personen. Die erste Sitzung sei für den Nachmittag geplant.

Ebenfalls am Nachmittag sollen zwei Erlässe und drei Verordnungen herausgegeben werden, die am Vortag mit den Landeshauptleuten beschlossen wurden und die für den bundesweit einheitlichen Umgang mit dem Coronavirus sorgen sollen. Einer der Erlässe beinhalte einen Ablaufplan - was passiert, wenn ein Verdachtsfall im eigenen Umfeld aufkommt -, der zweite dreht sich demnach um die Definition der verschiedenen zu kontaktierenden Stellen. Mit den drei Verordnungen soll ein rechtskonformes Handeln in der Krise sichergestellt werden.

„Datenschutzrechtliche Grundstandards müssen eingehalten werden“
Dazu erläuterten Nehammer und Anschober, dass es dabei zum Beispiel darum gehe, ob ein Bus mit einem möglicherweise Infizierten angehalten werden kann oder einem Fahrgast die Mitfahrt untersagt werden dürfe. Auch ob man über Handydaten Bewegungsprofile und Kontakte ausforschen dürfe, um Befragungen durchführen zu können. Registriert werden würde aber kein Kontakt, betonte Anschober auf Nachfrage: „Selbstverständlich müssen die datenschutzrechtlichen Grundstandards eingehalten werden.“

Ressourcenbeschaffung und Transportinfrastruktur „momentan“ Themen
Franz Lang, stellvertretender Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, kündigte Ratschläge für die Organisatoren von in den nächsten Tagen und Wochen angesetzte Großveranstaltungen durch den Einsatzstab an. Ein weiterer wichtiger Punkt sei dort im Moment die Ressourcenbeschaffung sowie die Vorplanung für Bereiche wie Lebensmittelversorgung und Transportinfrastruktur. „Das sind die Themen, die wir momentan besprechen“, so Lang.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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