24.02.2020 22:58 |

Mann ohne Symptome

„Erster wahrscheinlicher Corona-Fall in Südtirol“

Nach über 200 Infektionen in anderen norditalienischen Regionen hat nun auch Südtirol seinen „wahrscheinlich ersten Coronavirus-Fall“. Es handle sich um einen jungen, in Südtirol ansässigen Mann, der „derzeit keine Symptome aufweist“, wie die geschäftsführende Primaria der Abteilung für Infektionskrankheiten des Landeskrankenhauses, Greta Spoladore, erklärte. Er werde derzeit stationär behandelt. Am Dienstag findet in Rom ein Krisentreffen der Gesundheitsminister Italiens und der Nachbarländer statt. Bei dem Treffen soll nach Angaben des italienischen Zivilschutzes über mögliche gemeinsame Maßnahmen beraten werden. Österreich wird durch Gesundheitsminister Rudolf Anschober vertreten.

Die Symptomlosigkeit zeige, dass „die Viruslast niedrig ist. Auch das ist ein gutes Vorzeichen, auch wenn die nächsten Tage und Stunden entscheidend sein werden“, wie Elisabetta Pagani vom Laboratorium für Mikrobiologie und Virologie hinzufügte. Der Mann hatte sich in den vergangenen Tagen von sich aus an die Einheitliche Notrufnummer 112 gewandt, nachdem er von den Hygienediensten des Gebietes, in dem er sich aufgehalten hatte (Castiglione d‘Adda), kontaktiert worden war. Der erste Test sei negativ ausgefallen der zweite hingegen positiv, hieß es in einer Aussendung des Landes Montagabend.

Über 200 Infizierte, eine Person genesen
Laut den italienischen Behörden ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf sieben gestiegen, denn am Abend wurde ein weiterer Todesfall aus der Lombardei gemeldet. Beim Toten handelt es sich um einen 62-Jährigen aus der Ortschaft Castiglione d‘Adda. Er kam im Krankenhaus ums Leben, wie italienische Medien berichteten. 229 Infizierte sind nach Angaben des italienischen Zivilschutzes in Zusammenhang mit der in Norditalien ausgebrochenen Coronavirus-Epidemie registriert worden. Eine Person sei am Coronavirus genesen, teilte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli mit.

Suche nach Kontakten des Südtirolers
Die Polizei transportierte die Probe daraufhin nach Rom. Dort soll innerhalb der nächsten 48 Stunden eine dritte Überprüfung vorgenommen werden. „Nach dem positiven Ergebnis des zweiten Tests haben die epidemiologischen Untersuchungen bereits begonnen. Die Personen, die mit ihm in Kontakt standen, werden kontaktiert und untersucht. Diejenigen, die als enge Kontaktpersonen eingestuft werden, werden - sollte sich ein positiver Befund bestätigen - isoliert und epidemiologisch überwacht“, teilte Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli mit.

Keine Infektionen wurden bisher in Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien gemeldet. In der Region bleiben diese Woche Schulen und Universitäten geschlossen, Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Der Präsident Friauls, Massimiliano Fedriga, rief die Bevölkerung auf, nicht die Supermärkte zu stürmen. Es bestehe keine Gefahr, dass Lebensmittel knapp werden.

WHO ruft Staaten auf, sich auf „mögliche Pandemie“ vorzubereiten
Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, sich auf eine „mögliche Pandemie“ vorzubereiten. Vor allem die plötzliche Zunahme der Infektionsfälle im Iran, in Italien und Südkorea sei „zutiefst besorgniserregend“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf.

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