Heli-Rettung im Video

80-Meter-Sturz: „Mit Hand an Latsche festgehalten“

Einen enorm tüchtigen Schutzengel hatte am Wochenende eine Wienerin beim Skifahren auf dem Krippenstein in Oberösterreich. Die 26-Jährige war nach einem Sturz im freien Gelände - wie berichtet - 80 Meter über ein Steilgelände gefallen. Vor der nächsten Felswand konnte sie sich gerade noch an einer Latsche (Krüppelkiefer) festhalten, bis ihr Bergretter zu Hilfe kamen.

„Die Frau hat keinen Fehler gemacht - sich vielleicht nur verleiten lassen, dass sie zu weit links fährt. Der Sturz war zwar unglücklich, hat aber glücklich geendet“, sagt Hannes Platzl von der Bergrettung Obertraun.

Skier verloren
Es war gegen 16 Uhr, als die Urlauberin aus Wien im Bereich der Variantenabfahrt „Angeralm“ im Tiefschnee-Gelände unterhalb des 2100 Meter hohen Krippensteins zu Sturz kam und die Skier verlor. Die 26-Jährige fiel im steilen Gelände 80 Meter hinab, konnte sich dann aber auf einer kleinen Felsstufe in etwa 1800 Meter Höhe an einer Latsche festhalten. Die Gefahr, dass sie weiter abstürzt, war groß - siehe auch Interview unten.

Hilferufe
Der Partner der Wienerin, der etwas weiter rechts vorausgefahren war, hörte ihre Hilferufe und alarmierte sofort die Bergrettung. Die Einsatzkräfte Florian Höll und Bernd Dankelmayr kamen als erste zur Frau und staunten nicht schlecht: „Sie war nur leicht verletzt“, freut sich Höll.

Taubergung
Die Wienerin wurde gut gesichert, dann mittels Tau vom Rettungsheli C 99 geborgen und ins Krankenhaus Schladming transportiert. „Sie war total erleichtert“, so Höll. Ihr Partner wurde unverletzt ins Tal begleitet, die beiden Bergretter zurück in sicheres Gelände geflogen.

„Sie war total happy und sehr dankbar“
Florian Höll (33), Einsatzleiter der Bergrettung Obertraun, traf als Erster bei der verletzten Wienerin ein. Er beruhigte und sicherte sie.

„Krone“: Sie sind als Erster bei der Verletzten eingetroffen.
Florian Höll:
Ich bin von oberhalb mit Skiern nicht ganz bis zu der Frau gefahren, weil ich noch auf einen Kollegen warten musste, denn Eigenschutz geht vor.

Wie war der Allgemeinzustand der 26-Jährigen?
Wir waren beide überrascht, dass sie zwar im Gesicht geblutet hat, offenkundig aber doch nicht schwerer verletzt ist.

Wie groß war die Gefahr, dass sie weiter abstürzt?
Sie hatte Glück, dass sie sich auf der kleinen Felsnase mit einer Hand an der Latsche festhalten konnte. Nur einen halben Meter weiter wäre sie noch einmal 40 Meter abgestürzt. Wir haben sie dann mit einer Schlinge gesichert, bis die Flugrettung C 99 eingetroffen ist.

Die Frau war sicher erleichtert, als Sie bei ihr waren?
Sie war total happy und sehr dankbar.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Freitag, 23. Oktober 2020
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