01.02.2020 06:00 |

Einsatz in Spanien

Doping-Netzwerk: Heimische Sportler im Visier

Spektakuläre Kommandoaktion der spanischen Guardia Civil: Fahnder zerschlugen ein kriminelles Netzwerk, das seit mindestens zehn Jahren bis zu 260 Amateur- wie auch Profisportler in ganz Europa mit dem Blutdopingmittel EPO beliefert haben soll. Auch österreichische Athleten seien versorgt worden.

Leicht- und Triathleten, Radsportler, Gewichtheber, Ruderer, Motocrossfahrer, Fußballer - die Kunden des kriminellen Doping-Netzwerks waren in den unterschiedlichsten Sportarten aktiv. Vom Amateur- bis in den Profibereich. Mindestens 260 Abnehmer in ganz Europa konnten von den Fahndern seit Ermittlungsstart im Jahr 2017 ausforscht werden.

Mehrere rot-weiß-rote Sportler sollen Abnehmer sein
Von der Türkei bis nach Frankreich und auch nach Österreich führen die kriminellen Spuren des von Serben und Spaniern geleiteten Blutdoping-Rings: Gleich mehrere rot-weiß-rote Sportler stünden (laut offiziellen Angaben der Guardia Civil) demnach unter Verdacht. Namen wollte man (noch) keine nennen, da die Ermittlungen diesbezüglich noch in vollem Gange sind.

Fest steht allerdings: Es handelt sich um die größte beschlagnahmte Menge an EPO-Mitteln (insgesamt 850 Fertigspritzen), die je in der Kriminalgeschichte innerhalb Europas sichergestellt wurde.

Zudem beschlagnahmten die Sicherheitsbehörden im Zuge der Razzien in den spanischen Provinzen Barcelona und Cadiz Bargeld in Höhe von rund 900.000 Euro. Teils gebunkertes Bargeld, teils auf ausländische Konten transferierte Summen. Auch diesbezüglich habe die Dopingmafia - laut Ermittlungsbehörde - ihre Zelte auf rot-weiß-rotem Boden aufgeschlagen.

Illegale Geschäfte über Dialysezentrum in Spanien
Doch wie kam die Bande überhaupt an das Blutdopingmittel EPO? Ganz einfach: über den Leiter einer Dialyseklinik in Cadiz. Dieser soll das Medikamt über all die Jahre aus dem offiziellen Bestellbestand illegal abgezweigt und an die kriminelle Organisation weitergegeben haben. Naturgemäß gegen eine finanzielle, großzügige Entschädigung. Für insgesamt sechs Hauptverdächtige klickten nun die Handschellen.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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