05.07.2010 13:21 |

Wien-Wahl 2010

Schwimmstar Dinko Jukic will in Meidling Grundmandat holen

Der österreichische Schwimmstar Dinko Jukic springt ins kalte Wasser der Kommunalpolitik: Der 21-jährige gebürtige Kroate wird für die VP bei der Wien-Wahl im Herbst antreten. Als Spitzenkandidat in Meidling soll er im traditionell roten Bezirk ein Grundmandat erkämpfen. Außerdem wird er landesweit wählbar sein.

"Ich habe in Gesprächen gemerkt, dass er für die Politik brennt, gestalten will und den nötigen Biss dazu hat", zeigte sich VP-Chefin Christine Marek (Bild rechts) zuversichtlich. "Ich stehe voll hinter der Meinung der ÖVP und kann mich mit ihr identifizieren", versicherte der Profisportler am Montag. Die Partei habe eine klare und deutliche Vision, die er mithelfen wolle umzusetzen.

Engagieren will sich Jukic vor allem bei Thema Sportpolitik. Jukic sparte auch nicht mit Kritik an der politischen Konkurrenz, hauptsächlich der SP. In Sachen Sportpolitik betreibe die Stadt Fehlinvestitionen, Sportstätten würden "falsch finanziert". "Als Spitzensportler wurden mir in Wien überall Steine in den Weg gelegt", beschwerte sich der Schwimmstar über "mangelnde Unterstützung".

"Mirna hat sich nie für die SPÖ engagiert"
Zudem warf er den Sozialdemokraten vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. "Mirna hat sich nie für die SPÖ engagiert und wird das auch in Zukunft nicht tun", bezog er sich auf entsprechende Dauergerüchte rund um seine um drei Jahre ältere Schwester, die ebenfalls im Schwimmsport reüssiert. Sowohl seine Eltern als auch Mirna würden bei dieser Sache voll hinter ihm stehen. Anfragen von anderen Parteien habe er selbst jedenfalls nicht bekommen.

Neben Sportangelegenheiten will sich Jukic auch das Thema Integration auf die Fahnen heften. "Jeder Zuwanderer weiß, wie hart es ist, seinen Platz in der Gesellschaft zu verteidigen", sprach der gebürtige Kroate aus Erfahrung. Die deutsche Sprache dürfe jedenfalls kein Privileg sein, weshalb deren Erlernen bereits so früh wie möglich gefördert werden müsse.

Jukic will Schwimmsport trotz Polit-Karriere treu bleiben
Sollte der Einzug in den Gemeinderat gelingen, will Jukic trotzdem dem Schwimmen treubleiben. "Der Spitzensport wird darunter sicher nicht leiden", zeigte sich der 21-Jährige zuversichtlich. Immerhin hätten eine Reihe von Mandataren "normale Berufe". Und wo sind die Verbindungen zwischen Sport und Politik zu finden? "In der ÖVP zählt Leistung, im Sport auch."

Gesetzt den Fall, Jukic verfehlt das Grundmandat in Meidling, bliebe ihm immer noch die Möglichkeit, landesweit über Vorzugsstimmen in das Stadtparlament einzuziehen. Dafür bräuchte er aber mehr als 10.000 Stimmen. Ein Fixplatz auf der Landesliste scheint dem Vernehmen nach allerdings äußerst unwahrscheinlich. Bestimmt werden die Listenplätze vom Vorstand am Mittwochabend.

Für Grundmandat fehlten nur einige Hundert Stimmen
Bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2005 erreichte die Volkspartei landesweit 18,77 Prozent der Stimmen. Im Wahlkreis Meidling kamen sie auf 16,01 Prozent, womit den Schwarzen laut eigenen Angaben nur einige Hundert Stimmen für ein Grundmandat fehlten. Welchen Platz Jukic auf der Landesliste einnehmen wird, ist noch nicht entschieden. Dem Vernehmen nach wird er nicht fix mit einem Einzug in den Gemeinderat rechnen können, sollte er das Grundmandat verfehlen.

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