Kampf um Lehrlinge

„Den typischen Männerberuf gibt‘s nicht mehr“

Mit 23.285 Lehrlingen gab’s im Vorjahr in Oberösterreich sogar ein Plus. „Wir sind damit das Lehrlings-Bundesland Nummer eins in Österreich, trotzdem könnten es 1000 Menschen mehr sein, die eine Lehre machen“, sagt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.

Einzelhandel vor Bürokauffrau und Friseurin bei den Mädchen, Metalltechnik, Elektrotechnik und Kraftfahrzeugtechnik bei den Burschen - der „Zieleinlauf“ bei den drei beliebtesten Lehrberufen 2019 blieb zum Jahr davor völlig unverändert.

Metalltechnik beliebt
Vor allem der Metalltechnikbereich ist aber im Vormarsch. „Jeder Fünfte entscheidet sich für einen Metallberuf“, sagt Fritz Dallamaßl, Bildungspolitik-Experte der Wirtschaftskammer OÖ. Auch bei den Mädchen wird die Technik-Orientierung größer: Im Vorjahr war Metalltechnik erstmals der viertbeliebteste Ausbildungszweig. Gerade, wenn es darum geht, Mädchen von der Lehre zu überzeugen, „müssen wir oft erst mit falschen Vorstellungen aufräumen“, sagt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. Die Lehre hätten viele gar nicht am Radar. Stattdessen würde weiter eine klassische Schulausbildung verfolgt. „Dabei gibt’s den typischen Männerberuf nicht mehr, die schwere Arbeit macht die Maschine. Es gibt viele Jobs, bei denen man keine dreckigen Hände bekommt“, so Hummer.

„Fachkräftemangel schwächt Unternehmen“
980 Lehrstellen waren im Jahresschnitt unbesetzt. „Der Fachkräftemangel schwächt die Unternehmen“, so Hummer. Im Bundesland gibt es derzeit 5379 Ausbildungsbetriebe, Tendenz fallen. „Gerade kleinere Betriebe finden keine Lehrlinge mehr“, so Dallamaßl. Beispielhaft für den Engpass ist die Situation bei BMW-Händler Kneidinger in Haslach, wo Jürgen Stockinger im Juli seine Ausbildung mit Auszeichnung abschloss: Dort werden derzeit vier Lehrlinge ausgebildet. „Wir hätten gerne mehr, aber es sind keine zu bekommen“, erzählen Johann und Daniela Kneidinger.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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