03.08.2004 15:54 |

Merkur-Expedition

Merkur-Sonde Messenger erfolgreich gestartet

Erstmals seit drei Jahrzehnten hat die US- Weltraumbehörde NASA wieder eine Raumsonde zum Merkur geschickt. Die Delta-Trägerrakete mit der Sonde "Messenger" (Bote) ist am Dienstagmorgen um 2.16 Uhr Ortszeit (8.16 Uhr MESZ) mit einem Tag Verspätung in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet.
Der sonnennächste Planet Merkur ist zwarseit mindestens 3.000 Jahren bekannt, aber noch immer kaum erforscht.Erst die Hälfte der Oberfläche hat die bislang einzigeMerkur-Sonde, "Mariner 10", kartiert.
 
"Merkur ist einer unserer nächsten Nachbarnund einer der vier erdähnlichen Gesteinsplaneten", erläutertLouise Prockter von der Johns Hopkins University in Laurel (US-StaatMaryland), die für "Messengers" Kamera verantwortlich ist.Merkur ist nicht viel größer als der Erdenmond. Wennauf ihm die Sonne aufgeht, bricht stets ein langer, heißerTag an: Nach der fast minus 200 Grad Celsius kalten Nacht erhitztdie Sonne den Planeten tagsüber auf Temperaturen von 400Grad und mehr. Und Sonnenuntergang ist erst nach einem Merkurjahr- das ist auf dem Merkur immerhin 88 Erdentage lang.
 
Da Merkur wie die Venus innerhalb der Erdbahn umdie Sonne kreist, kann er wie sie als eine Art Morgen- oder Abendsternam Firmament erscheinen, ist allerdings wegen seiner Nähezur Sonne nur schwer zu beobachten.
 
"Merkur hat einen Eisenkern, der viel größerist, als man erwarten würde", erläutert Prockter. "Wieso ein großer Kern in einem derart kleinen Objekt entstehenkonnte, ist noch nicht geklärt." Das ist eine der zentralenFragen, die "Messenger" beantworten soll.
 
Die rund 500 Kilogramm schwere NASA-Sonde, dievon einem Schild aus Spezialkeramik gegen die intensive Sonnenstrahlunggeschützt wird, hat acht Instrumente an Bord und soll denMerkur ein Jahr lang umkreisen. Bevor sie 2011 in seine Umlaufbahneinschwenkt, wird "Messenger" 2008 und 2009 den Planeten dreiMal passieren. Insgesamt 15 Mal wird die Sonde auf ihrer fastacht Milliarden Kilometer langen Reise die Sonne umrunden unddabei im kommenden Jahr auch an der Erde und in den beiden Folgejahrenan der Venus vorbeifliegen.
 
Zu den wichtigsten Aufgaben der 427 Millionen US-Dollar(knapp 350 Millionen Euro) teuren Expedition gehört auchdie Untersuchung der geologischen Geschichte des Merkur, auf dessenzernarbter Oberfläche unter anderem ein System bogenförmigerBergrücken entdeckt wurde.
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