02.01.2020 12:00 |

Feuerdrama in Zoo

Affen sind „für euer Silvestervergnügen gestorben“

Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus des Zoos im deutschen Krefeld, bei dem in der Nacht auf den Neujahrstag mehr als 30 Tiere ums Leben gekommen sind - krone.at berichtete -, haben sich bei der Polizei mehrere Menschen gemeldet, die als Verursacher des Feuers in Betracht kommen. Zuvor hatten Zeugen berichtet, in der Silvesternacht sogenannte Himmelslaternen nahe des Zoos gesehen zu haben. Möglicherweise waren sie der Auslöser für das folgenschwere Feuer.

Die betreffenden Personen hätten sich nach einer Pressekonferenz zu dem Großfeuer in der nordrhein-westfälischen Stadt an die Ermittler gewandt, teilte das Polizeipräsidium Krefeld mit. Man habe sie vernommen und werde ihre Angaben nun überprüfen, hieß es am Mittwoch.

Ermittlungen gegen drei tatverdächtige Frauen
Am Donnerstag berichtete die Staatsanwaltschaft, man habe gegen eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter Ermittlungen aufgenommen. Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und angegeben, dass sie in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen hätten aufsteigen lassen, sagten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft. Man gehe davon aus, dass diese Wunschleuchten den Brand des Affenhauses ausgelöst hätten, so die Behörden im Rahmen einer Pressekonferenz.

Himmelslaternen sind seit 2009 verboten
Laut Gerd Hoppmann von der Krefelder Kriminalpolizei haben die Ermittler in der Nähe des Zoos drei Himmelslaternen am Boden gefunden. Himmels- oder Wunschlaternen bestehen aus dünnem Seidenpapier und einer Kerze oder einem Behälter mit Brennpaste in der Mitte. Werden sie entzündet, können sie weit durch die Luft schweben. Hoppmann betonte, die Laternen seien seit 2009 in Nordrhein-Westfalen verboten.

„Gestorben für euer Silvestervergnügen“
Vor dem Eingang zum Zoo liegen mittlerweile Blumen, Kerzen und unzählige Stofftiere. Auch Schilder mit Aufschriften wie „Warum?“ oder „Gestorben für euer Silvestervergnügen“ sind dort zu finden. Der Tierpark bleibt wegen des Unglücks vorerst geschlossen: „Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock“, erklärte der Zoo und bedankte sich via Facebook „für die überwältigende Welle an Mitgefühl und Hilfsangeboten“.

Mehr als 30 Tiere in Affenhaus verbrannt
Bei dem Brand in der Silvesternacht waren mehr als 30 Affen, darunter acht Menschenaffen, gestorben. Zwei Schimpansen konnten leicht verletzt gerettet werden. Ein Übergreifen auf angrenzende Anlagen - darunter auch das Gorillagehege - konnte verhindert werden, das Affenhaus war nach Angaben der Feuerwehr jedoch „nichts mehr zu retten“. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Ältester Zuchtgorilla Europas umgekommen
In den Flammen ist laut focus.de auch der älteste Zuchtgorilla Europas, das 48 Jahre alte Männchen „Massa“, umgekommen. Auch dessen zwei Jahre jüngere Lebensgefährtin „Boma“ ist tot. Die Population der Borneo-Orang-Utans im Krefelder Zoo sei völlig ausgelöscht worden, heißt es.

Das Affenhaus war im Jahr 1975 eröffnet worden. Die Grundfläche des Baus im Gewächshausstil lag bei 2000 Quadratmetern. Zuhause waren dort Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas, Krallenaffen, Epauletten-Flughunde und Vögel.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 22. Jänner 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.