Leitl im Interview

„Eine CO2-Belohnung wäre die bessere Idee“

Der Oberösterreicher Christoph Leitl (70) ist weitere zwei Jahre Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern (Eurochambres). Trotz aller aktueller Unwägbarkeiten (Trump, Brexit, Konjunktureintrübung, Migrationsdruck, Klimawandel, etc.) bleibt er ein Guru des Positiven, so etwa mit „CO2-Belohnungen“.

OÖ Krone: Ihr Lebensmotto „Nur Mut!“ gilt offenbar weiter.

Christoph Leitl: Natürlich gibt's große Herausforderungen. Da kann man sagen, es soll alles so dahintreiben und wir machen uns noch ein paar gemütliche Jahre. Oder wir sagen: Wir haben Kinder, wir haben Enkelkinder! In welche Welt wachsen die hinein? Und was werden sie uns eines Tages fragen?

OÖ Krone: Die fragen ja jetzt schon. Denken Sie an die Bewegung Fridays for Future!

Christoph Leitl: Ja, aber ich möchte dem etwas Anderes gegenüberstellen: Den „Saturday for Solutions“. Es ist in Ordnung, für oder gegen etwas zu demonstrieren. Klar ist aber, dass Veränderungen eine Wirtschaft brauchen, die mit innovativen und kreativen Lösungen etwas weiterbringt. Am besten als Kreislaufwirtschaft, in der alles wiederverwertet wird.

OÖ Krone: Die Rede ist eher von Flug-Scham und Schnitzelverzicht.

Christoph Leitl: Davon halte ich nichts. Natürlich müssen wir wieder zu einem Augenmaß finden und bewussterem Denken. Positive Anreize machen Mut, Strafen machen Frust.

OÖ Krone: Wäre eine Steuer auf den CO2-Ausstoß so eine Strafe?

Christoph Leitl: Warum macht man keine CO2-Belohnung?! Denken Sie an die Kennzeichnung von Kühlschränken und anderen Elektrogeräten mit grünen, gelben oder roten Pfeilen für den Energieverbrauch. Da könnte man mit einer steuerlichen Belohnung anknüpfen, etwa bei der Mehrwertsteuer. Und im Verkehr mit unterschiedlich hoher Kfz-Steuer.

Interview: Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Dienstag, 31. März 2020
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