12.12.2019 16:09 |

Nach DAÖ-Gründung

Politexperten: „Sehr gute Chancen für neue Partei“

Österreichs jüngste Partei, „Die Allianz für Österreich“ (DAÖ), die am Donnerstag von drei abtrünnigen FPÖ-Mandataren in Wien gegründet wurde, könnte 2020 bei der Wiener Landtagswahl durchaus Erfolge einfahren. Meinungsforscher Christoph Haselmayer von OGM attestierte DAÖ im Interview mit krone.at sogar sehr gute Chancen, in Wien den Sprung ins Rathaus zu schaffen. Haselmayer vermutet auch, dass noch weitere blaue Mandatare den Rebellen folgen könnten. Mit „Krone“-Journalist Klaus Knittelfelder räumt ein weiterer Politexperte der neuen Partei ebenfalls zumindest mittelfristig realistische Chancen ein - siehe Video oben!

Haselmayer sieht die Chancen für DAÖ darin begründet, dass die Heinz-Christian-Strache-Unterstützer Karl Baron, Klaus Handler und Dietrich Kops, nachdem sie die Wiener FPÖ und deren Klub im Rathaus verlassen haben, nun mit der neuen Partei selbst Klubstärke erreicht haben. Dadurch komme man in Form von Klubförderung an Geld - laut Magistratsdirektion bis zu 62.200 Euro pro Monat und zusätzlich 76.500 Euro pro Quartal -, mit dem wiederum Wahlkampf gemacht werden kann. Das sei im Vorfeld der Wien-Wahl, deren Termin noch nicht feststeht, äußerst wertvoll. 

Zudem bekommt DAÖ vom Magistrat Klubräumlichkeiten in einem bestimmten Umfang und Arbeitsinfrastruktur zur Verfügung gestellt. Das werde „relativ zeitnah“ organisiert werden, sagte eine Sprecherin. Parteienförderung steht dem Trio nicht zu. Diese gibt es nur für Parteien, die 2015 angetreten und den Einzug in den Landtag bzw. Gemeinderat geschafft haben.

Klubstatus mit Vorteilen verbunden
Durch den Klubstatus erhalte man laut Haselmayer auch mehr Aufmerksamkeit. „Die Allianz für Österreich“ müsse zum Beispiel nun ebenso zu TV-Diskussionen eingeladen werden wie jede andere Partei auch. Für die Publicity, die man dafür erhält, müsse man sonst viel Geld ausgeben.

Rumpold „weiß, was er tut“
Dass in Wien ein professioneller Wahlkampf gelingen wird, dafür werde laut Haselmayer vor allem Polit-Berater Gernot Rumpold sorgen. Rumpold sei schon sehr lange im Geschäft, er „weiß ganz genau, was er tut“ und es würden „alle zwei bis drei Wochen medientaugliche Geschichten“ lanciert werden.

Weitere Mandatare werden wohl folgen
Haselmayer schließt außerdem - so wie die DAÖ-Gründer - nicht aus, dass weitere Mandatare die FPÖ verlassen, um sich der neuen Partei anzuschließen - und dies höchstwahrscheinlich schon im Jänner, wenn der eine oder andere FPÖ-Politiker anhand von Umfragen sehen könnte, dass er vermutlich mit Strache & Co. mehr Chancen hätte.

Wiedervereinigung nicht ausgeschlossen
Für die FPÖ bedeute die DAÖ-Gründung, für die es auch Spott hagelt, nach Ansicht von Haselmayer nicht unbedingt eine Hiobsbotschaft, wie dies etwa Polit-Berater Thomas Hofer sieht. Mittelfristig glaubt Haselmayer sogar an eine Wiedervereinigung der beiden Parteien.

Georg Horner
Georg Horner
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