06.12.2019 11:08 |

Aufregung in Indien

Vier Vergewaltiger bei Tatortbegehung erschossen

Die brutale Gruppenvergewaltigung und Ermordung einer jungen Tierärztin hat in Indien Entrüstung und wütende Proteste ausgelöst. Nun wird das Verbrechen wohl nicht mehr vollständig aufgeklärt werden. Denn bei der Tatortbegehung am Freitag wurden die vier Verdächtigen erschossen. Die Männer hätten zu entkommen versucht, teilte die Polizei mit. „Sie wollten Waffen an sich reißen“, so Polizeisprecher Prakash Reddy. Bei der anschließenden Schießerei seien sie getötet worden.

Der Tod der 27-jährigen Veterinärin hatte landesweit wütende Proteste ausgelöst. Den Ermittlungen zufolge war die junge Frau im November in einem Vorort von Hyderabad von den vier Verdächtigen vergewaltigt, anschließend mit Benzin übergossen und verbrannt worden. Sie hatte kurz zuvor noch ihre Schwester per Handy alarmiert.

Mob wollte schon Polizeistation stürmen
Die Tat hatte landesweit wütende Proteste ausgelöst, Demonstranten forderten ein rasche und harte Verurteilung der vier Verdächtigen. Am vergangenen Samstag hielt die Polizei in Hyderabad nur mit Mühe eine aufgebrachte Menge davon ab, die Wache zu stürmen, in der die vier Männer festgehalten wurden.

Nach dem Tod der mutmaßlichen Täter riegelte die Polizei das Gelände ab. Hunderte Menschen strömten zusammen, um die Polizisten zu feiern. Einige zündeten zur Feier Feuerwerkskörper an, die Beamten wurden mit Blütenblättern bestreut. Auch aus anderen Landesteilen wurde von Freudenfeiern berichtet. Die Schwester der Ermordeten erklärte ebenfalls, der Tod der Verdächtigen freue sie.

Anwältin entsetzt: Mord statt Strafverfolgung
Die Anwältin Vrinda Grover hingegen bezeichnete das Vorgehen der Polizei als „absolut inakzeptabel“. Gewalttaten müssten „Aufklärung und Strafverfolgung“ nach sich ziehen, keine „Morde“. Menschenrechtsaktivisten werfen Polizei und Behörden immer wieder vor, mit außergerichtlichen Tötungen Gerichtsverfahren zu verhindern - oft, um die Aufarbeitung von eigenen Versäumnissen und eigenem Fehlverhalten zu verhindern.

 krone.at
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