19.11.2019 09:11 |

Chaos und Zerstörung

Noch einmal bangen vor den letzten Niederschlägen

Die Bilder, die das enorme Ausmaß der Zerstörungen zeigen und die Kräfte der Natur widerspiegeln, sind erschreckend. Das Wetterchaos der letzten Tage, bei dem Unmengen an Niederschlag über dem Süden und Südwesten des Landes niedergingen, hat Schäden in noch nicht bezifferbarer Höhe angerichtet. Auch ein Todesopfer ist zu beklagen. Und immer noch müssen Menschen in den betroffenen Gebieten bangen, denn auch am Dienstag sind noch einmal Regen und Schnee zu erwarten.

Zwar fallen diese laut Prognose bei Weitem nicht mehr so heftig wie zuletzt aus, doch der Boden ist mittlerweile derart gesättigt, dass es auch ohne enorme Niederschlagsmassen immer wieder zu Hangrutschungen und Murenabgängen kommt. Eine dieser Schlammlawinen kostete - wie berichtet - einem 79-jährigen Kärntner am Montag das Leben, als er hinter seinem Haus von einer Mure erfasst wurde. Erst nach Stunden wurde Heinz B. tot aus Schlamm und Schutt geborgen.

Murenabgänge, Häuser evakuiert, Orte menschenleer
Und auch im Lauf des Tages und in den Nachtstunden mussten Menschen vor drohenden Hangrutschungen in Sicherheit gebracht und Häuser evakuiert werden - so etwa in Döslach bei Lienz, als eine abgehende Mure
eine Steinschlagsicherung, die Gemeindestraße sowie zwei darunterliegende Wohnhäuser samt einer Holzhütte beschädigte. Ein Wohnhaus musste evakuiert werden. Menschenleer sind allerdings auch zahlreiche Orte, wie etwa Gaimberg oder Hinterrauth in der Gemeinde Feld am See. Auch in der Tiroler Gemeinde Natters kam es zu Evakuierungen, als sich ein vom Wasser durchweichter Hang am Montagnachmittag in Bewegung zu setzen begann. So mussten eine 92-jährige Frau und ihre Pflegerin in Sicherheit gebracht werden.

Notfall: Bub mit Heli ausgeflogen
Zudem sind nach wie vor viele Orte aufgrund von von Muren verschütteten sowie gesperrten Straßen nicht erreichbar - wie etwa Heiligenblut in Kärnten. Dort kam es in der Nacht auf Dienstag zu einem Notfall: Ein drei Jahre alter Bub erlitt einen Blinddarmdurchbruch. Es blieb daher keine andere Möglichkeit, als das Kind per Helikopter ins Krankenhaus zu fliegen. Gleichzeitig werden per Hubschrauber auch dringend benötigte Medikamente in die von der Außenwelt abgeschnittenen Regionen gebracht, um die medizinische Versorgung aufrechterhalten zu können.

Menschen vor Trümmern ihrer Existenz
Mit einem Schlag vor dem Nichts stehen: Dieses Schicksal ereilte bereits zahlreiche Österreicher in den betroffenen Gebieten. Bei vielen herrscht Resignation, stehen sie doch vor den Trümmern ihrer Existenz. Zerstörte Häuser, Höfe, Äcker, und der neuerlich drohende Niederschlag als Damoklesschwert für diejenigen, die bislang dem Schlimmsten entgangen sind.

Belastungsprobe für Helfer
Doch nicht nur Bewohner der betroffenen Gebiete kommen an ihre Grenzen. Auch für die zahlreichen Helfer, die seit Beginn des Wetterchaos unermüdlich und mit aller verfügbarer Kraft an der Wiederinstandsetzung der Verkehrsverbindungen und der Stromversorgung arbeiten und helfen, wo Hilfe bitter nötig ist, sind die jüngsten Wetterereignisse eine Belastungsprobe. Die Arbeit der Einsatzkräfte ist jedoch gleichzeitig ein Zeichen dafür, wie groß der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft in Krisenzeiten ist.

Doch noch einmal heißt es für sämtliche Betroffene bangen vor dem, was am Dienstag vom Himmel kommt, ehe sich am Mittwoch die Wetterlage laut den Meteorologen endlich beruhigt. Und den Blick freimacht auf das wahre Ausmaß der Zerstörung im Süden und Südwesten Österreichs.

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