19.11.2019 06:53 |

Unwetterchaos

Wieder Murenabgang: Lage bleibt angespannt

Regen und Schneefall: Zahlreiche Feuerwehreinsätze mussten wegen des Unwetters in der Nacht auf Dienstag in Kärnten ausrücken: Das Wetterchaos hält die Einsatzkräfte auf Trab. In Dölsach bei Lienz wurde in der Nacht ein Einfamilienhaus von einer Mure erfasst. Im Bereich der Gurk wurden in der Nacht weitere Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen. Bis zu 500 Haushalte sind weiterhin ohne Strom. In vielen Gemeinden Kärnten sind die Straßen gesperrt. Hänge drohen abzurutschen. Die Lage bleibt angespannt. Am Dienstag wurden zudem auch weitere Schulen geschlossen. 

Wieder Murenabgang: Nach den enormen Niederschlägen in der Nacht auf Dienstag ging in der Gemeinde Dölsach eine Mure ab und beschädigte eine Steinschlagsicherung, die Gemeindestraße sowie zwei darunterliegende Wohnhäuser samt einer Holzhütte. Ein Wohnhaus musste evakuiert werden. „Die Fenster sind eingedrückt. Im Erdgeschoss ist alles verschlammt. Das Haus selbst wurde nicht beschädigt. Die Familie wurde aus Sicherheitsgründen bei Verwandten untergebracht“, sagt Josef Mair, Bürgermeister von Dölsach. Verletzt wurde niemand. Dienstagvormittag sind Landesgeologen vor Ort. 

Ein Murenabgang verlegte Montagabend die Maltabergstraße in der Gemeinde Malta. Bewohner sind von der Außenwelt abgeschnitten. „Ein Teil der Straße wurde weggerissen. Dienstagnachmittag besichtigen Geologen die Fahrbahn. Derzeit ist es sehr gefährlich, die Straße zu räumen, da zu jeder Zeit eine weitere Mure abgehen kann“, sagt Maltas Bürgermeister Klaus Rüscher. 

Oberkärnten: Lage bleibt angespannt
Nach wie vor kann es im oberen Mölltal, Drautal, im Liesertal und im Gebiet zwischen Millstatt und Bad Kleinkirchheim zu Hangrutschungen und Vermurungen kommen. Auch die Lawinengefahr bleibt aktuell sehr hoch. Viele Straßensperren sind noch aufrecht. Heiligenblut und Mallnitz sind beispielsweise nach wie vor nicht am Straßenweg erreichbar. Auch die ÖBB-Tauernstrecke ist noch gesperrt. 

Heute, Dienstag, werden wieder mit Hubschraubern Transportflüge für die Versorgung mit Medikamenten, Lebensmitteln und Treibstoff durchgeführt sowie Erkundungsflüge für die Gemeinden des Möll- und Drautales.

Weitere Schulschließungen
Montagabend wurde beschlossen, dass auch in Heiligenblut, Großkirchheim und Mörtschach sowie die Volksschulen und NMS in Obervellach und Winklern am Dienstag geschlossen bleiben. Dasselbe gilt auch für den Kindergarten in Leoben, Krems. 

Ortschaften bleiben evakuiert
Gaimberg bei Lienz bleibt weiterhin evakuiert. Im Mölltal und Lesachtal sind noch 500 Haushalte ohne Strom. Aufgrund der angespannten Wettersituation ist vor allem in Oberkärnten mit Murenabgängen zu rechnen. Flüsse und Bäche wurden in der Nacht von den Feuerwehren kontrolliert. In vielen Gemeinden bleiben auch die Verbindungsstraßen wegen Hangrutsch gesperrt. Dienstagmorgen trifft sich der Krisenstab, dann wird entschieden, wie weiter vorgegangen wird. 

Bewohner der Ortschaft Sandboden bei der Gurk dürfen aus Sicherheitsgründen noch nicht nach Hause. Hubert Nott von der Feuerwehr Gurk: „Die Lage hat sich zwar ein wenig entspannt. Das Wasser ist zurückgegangen. Dennoch ist mit Überschwemmung zu rechnen. Denn in den frühen Morgenstunden hat es wieder zu regnen begonnen.“ 

Kurz nach Hause um Tiere zu füttern 
Ebenfalls evakuiert bleibt auch die Ortschaft Hinterrauth in der Gemeinde Feld am See. Der ganze Hang ist in Bewegung. 25 Personen sind in Ersatzquatieren untergebracht. Bauern werden am Dienstag in Feuerwehr-Begleitung kurz in die Ortschaft gebracht, damit sie sich um die Tiere kümmern können. 

Zivilschutzalarm in folgender Ortschaft aufgehoben
In Mallnitz wurde Dienstagfrüh der Zivilschutzalarm aufgehoben. Die Aufräumarbeiten sind weiterhin am Laufen. 

Elisa Aschbacher
Elisa Aschbacher
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