01.11.2019 12:00 |

Ergreifendes Ehrenamt

Hospizbegleitung: Worte fehlen am Sterbebett

Der Tod macht betroffen, traurig, wütend, lähmt und wird nur zu gerne verdrängt. Mit ihrem Beistand nehmen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter dem Sterben den Schrecken.

Da sein, zuhören, gemeinsam schweigen oder die Hand halten – das und noch so viel mehr sind die Aufgaben der mobilen Hospizbegleitung. Eine Arbeit, die nicht mit Geld aufgewogen werden kann und wird, weil die Tätigkeit in Kärnten ehrenamtlich erfolgt. „Ich würde mir wünschen, dass niemand allein sterben muss. Aber leider wird gerade in der heutigen Zeit der Tod verdrängt und ausgesperrt“, erzählt Hospizbegleiterin Sabine Huber.

Die Feldkirchnerin begleitet seit über zehn Jahren Sterbende und Angehörige auf ihrem letzten Weg. Der frühe Tod ihrer Mutter und die Umstände haben sie 2009 bewogen, die Ausbildung zur Hospizbegleitung zu machen. „Die Themen Tod und Sterben haben mich auch schon immer angezogen. Während meiner Ausbildung ist eine Freundin von mir an Krebs erkrankt. Sie war die Erste, die ich bewusst begleitet habe“, erinnert sich Huber.

„Das Sterben ist ein natürlicher Prozess. Oft fehlen in der Praxis die Worte am Sterbebett. Doch gerade das ist in diesen Momenten so wichtig.“ Tätig ist sie auf Palliativstationen, in Alten- und Pflegeheimen sowie im privaten Umfeld. „Wir werden in den meisten Fällen fast ganz zum Schluss gerufen, um da zu sein und Angehörige zu unterstützen. Sehr oft besteht unsere Aufgabe einfach darin für den Menschen da zu sein.“

Friedlich und konfliktfrei
Das Sterben selbst ist, so Huber, in den meisten Fällen ein friedlicher Vorgang. „Zum Schluss des Lebens werden die Menschen ganz ehrlich und authentisch. Sie wissen, was sie erwartet, und können gehen.“ Nur selten gibt es Fälle, in denen der Sterbende noch an Konflikten festhält oder Ängste hat. „Die Religion hat meiner Meinung nach viele Ängste geschürt, die Generationen geprägt haben. In vielen anderen Kulturen wird der Tod gefeiert. Da ist das Leben eine Vorstufe zu dem ewigen Leben.“ Die eigene Trauer, Geschichten und Eitelkeiten müssen in der Arbeit als Hospizbegleitung hinten angestellt werden. „Die letzten Momente mit einem Menschen zu verbringen, ist etwas sehr Intimes und ein intensiver Augenblick. Da muss man sich selbst absolut zurücknehmen.“

Besonders bewegende Fälle gehen an der erfahrenen Begleiterin nicht spurlos vorüber. Huber: „Da hilft der Austausch mit Kolleginnen. Es gibt natürlich die Möglichkeit einer Supervision. Dazu finden regelmäßig Netzwerktreffen statt.“

Katrin Fister
Katrin Fister
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