Führerschein weg

Polizei unterstellte zwei Linzern Drogenkonsum

Nach Fehldiagnosen von Polizisten und Amtsärzten mussten zwei Linzer Autolenker wochenlang auf ihre Führerscheine verzichten. Beide waren unabhängig voneinander von der Exekutive kontrolliert und wegen vermeintlicher Suchtgiftbeeinträchtigung für fahruntauglich erklärt worden. Erst gerichtsmedizinische Blutanalysen bestätigten ihre Unschuld.

„Die chemische Untersuchung der abgenommenen Blutprobe durch das gerichtsmedizinische Institut Salzburg-Linz hat bei beiden Klienten ein gänzlich negatives Resultat ergeben“, sagt Roland Gabl, Linzer Anwalt der betroffenen Lenker. Die von Amtsärztinnen aufgestellten Diagnosen seien komplett widerlegt, bei beiden weder Drogen noch Medikamentenwirkstoffe nachgewiesen worden. Gabl: „Da wundert man sich schon, wie derartige Befunde zustandekommen können?“

Fahruntauglichkeit
Patrick Katzinger (30) war am 5. Juli um 18.54 Uhr mit dem Pkw auf der Industriezeile unterwegs. „Polizisten haben mich gestoppt und behauptet, dass bei mir deutliche Symptome einer Suchtgiftbeeinträchtigung festzustellen sind“, sagt der Schlosser, der auf den Führerschein nur schwer verzichten kann. Er wurde einer Amtsärztin vorgeführt, die ihm Fahruntauglichkeit wegen Beeinträchtigung durch Suchtgift und Medikamenten attestierte.

Einmonatiger Führerscheinentzug
Konsequenz: Einmonatiger Führerscheinentzug samt begleitender Maßnahmen (verkehrspsychologische Untersuchung, Nachschulung, Verkehrscoaching). Erst nach Einlangen des negativen toxikologischen Befundes wurde das Verwaltungsstrafverfahren gegen ihn am 22. August eingestellt. Dem Schüler Martin G. (20) ging es am 1. August ähnlich. Auch er musste wochenlang zu Unrecht auf den Führerschein verzichten.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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