28.10.2019 16:36 |

Rekord aufgestellt

Unbemanntes Mini-Shuttle nach 780 Tagen gelandet

780 Tagen ist das unbemannte Mini-Spaceshuttle X-37B der amerikanischen Air Force um die Erde gekreist. Nach mehr als zwei Jahren im All - ein neuer Rekord - setzte der Raumgleiter, über dessen genauen Zweck sich das US-Militär in Schweigen hüllt, Sonntagfrüh um 3.51 Uhr Ortszeit (8.51 Uhr MEZ) sanft auf dem Kennedy Space Center in Cape Canaveral in Florida auf.

Das unbemannte Raumschiff nutzte dabei eine Landebahn, auf der einst auch die Spaceshuttles der Raumfahrtbehörde NASA bei ihrer Rückkehr zur Erde gelandet waren. Schon vor zwei Monaten hatte das Mini-Shuttle einen neuen Rekord aufgestellt, denn am längsten dauerte bis zu diesem Zeitpunkt der vierte Flug von X-37B, der im Jahr 2017 nach exakt 718 Tagen im Orbit geendet hat.

Vom Mini-Shuttle gibt es zwei Exemplare
Länger als das Shuttle X-37B fliegen somit nur Kommunikations-, Spionage- oder Wettersatelliten sowie Weltraumteleskope, Sonden, die zu fernen Planeten oder Asteroiden fliegen, und die Internationale Raumstation ISS durch das Weltall. Das knapp fünf Tonnen schwere Orbital Test Vehicle (kurz OTV) ist nur 8,8 Meter lang und hat eine Flügelspannweite von 4,6 Metern. Seine Energie bezieht das Raumfahrzeug, von dem zwei Exemplare existieren, aus Batterien sowie über ein ausklappbares Sonnensegel.

Zuletzt war die Miniversion der Spaceshuttles der NASA im Zuge der Mission OTV-4 Anfang Mai 2017, nach knapp zwei Jahren im Weltall auf dem Kennedy Space Center in Florida gelandet (siehe Video).

Die Landung von X-37B in Florida Anfang Mai 2017:

Spekulationen über Tests für Waffensystem
Bislang hat die US-Luftwaffe jeweils nur über Starts und Landungen der OTVs berichtet. Zum Zweck der Missionen hieß es lediglich, es würden neue Materialien und Technologien - etwa der Einsatz von neuartigen Ionentriebwerken - im Weltraum erprobt. Was Spekulationen genährt hat, das Shuttle im Miniformat sei vielleicht der Vorläufer eines neuartigen Waffensystems im Orbit, das die USA in die Lage versetzen soll, in Krisenfällen rasch zu reagieren.

Angeblich „experimentelle Elektronik“ erprobt
Offiziellen Angaben zufolge wurde im Rahmen der fünften Mission eine „experimentelle Elektronik“ erprobt und das „Schwingungsverhalten von Wärmerohren“ im All untersucht. Weil die ehemalige zivile Leiterin des US-amerikanischen Department of the Air Force im Juni bei einer Sicherheitskonferenz erklärte, das Raumfahrzeug sei so agil und wendig, „dass Amerikas Gegner irre werden müssten“, wird erst recht über den Verwendungszweck des kleinen Shuttles spekuliert.

Am Orbital Test Vehicle (OTV) wird bereits seit vielen Jahre gearbeitet. Begonnen wurde das Projekt Ende der 1990er-Jahre zunächst von der zivilen Raumfahrtbehörde NASA, 2004 übernahm dann das US-Militär das Projekt - zusammen mit dem Hersteller des Shuttles, dem Boeing-Tochterunternehmen Phantom Works.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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