25.10.2019 21:07 |

Eskalation der Gewalt

27 Tote und 1700 Verletzte bei Protesten im Irak

Im Irak sind am Freitag neue Proteste gegen Korruption und Misswirtschaft in Gewalt eskaliert. Bei Zusammenstößen mit der Polizei kamen nach Angaben der staatlichen Menschenrechtskommission 27 Menschen ums Leben, knapp 1800 weitere seien zudem verletzt worden. Unter den Toten waren demnach 25 Demonstranten sowie ein Geheimdienstmitarbeiter und ein Mitglied einer einflussreichen Miliz. Dem Innenministerium zufolge wurden auch 68 Sicherheitskräfte verletzt.

Die Demonstranten hatten unter anderem in Bagdad versucht, in die besonders geschützte Grüne Zone zu gelangen, in der viele Regierungseinrichtungen und Botschaften liegen. Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Tränengas, scharfe Munition und Gummigeschoße ein.

Allein in Bagdad starben den Angaben der Menschenrechtskommission zufolge acht Menschen. Hier seien mit fast 1500 Verletzten auch die meisten Menschen verletzt worden, sagte Faisal Abdullah von der Menschenrechtskommission der Deutschen Presse-Agentur.

150 Tote bei Protesten Anfang des Monats
Bereits Anfang des Monats waren bei tagelangen Protesten in Bagdad und anderen Regionen des Landes fast 150 Zivilisten getötet worden. In einem Bericht der Regierung hieß es später, die meisten von ihnen seien durch Schüsse in Kopf oder Brust ums Leben gekommen.

Die Proteste vor allem junger Männer richten sich gegen Korruption und Misswirtschaft in dem vom Krieg zerrütteten Land.Im Irak lebt jeder fünfte Bürger in Armut. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt nach Angaben der Weltbank bei rund 25 Prozent. Auch am Freitag forderten die Demonstranten den Sturz der Regierung und die Auflösung des Parlaments.

 krone.at
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