05.10.2019 11:59 |

Gewaltsame Proteste

Dutzende Tote und knapp 4000 Verletzte im Irak

Bei den gewaltsamen Protesten im Irak sind seit Dienstag mindestens 90 Menschen getötet und zudem fast 4000 weitere verletzt worden. Allein in der Hauptstadt Bagdad seien seit Beginn der Protestwelle am Dienstag mindestens 18 Menschen getötet worden, erklärte die irakische Menschenrechtskommission in der Nacht auf Samstag. Bei der überwiegenden Zahl der Opfer handle es sich um Demonstranten. Außerdem seien Dutzende Gebäude beschädigt worden.

Die 18 Toten in Bagdad seien in einem dortigen Krankenhaus gezählt worden, erklärte die irakische Menschenrechtskommission. Aus welchen Landesteilen die weiteren Opfer stammten, ist noch offen. Die Behörde machte auch keine Angaben dazu, ob es sich bei den Toten um Zivilisten oder Angehörige der Sicherheitskräfte handelte.

Die Proteste richten sich gegen die verbreitete Korruption, die chronischen Stromausfälle und die hohe Arbeitslosigkeit. Die Demonstranten fordern die Regierung von Adel Abdel Mahdi heraus, der vor knapp einem Jahr ins Amt kam. Anders als frühere Proteste scheinen die aktuellen Aktionen spontan zu sein, ohne dass eine Partei dahintersteht.

Schiitenführer fordert Neuwahlen
Angesichts der anhaltenden massiven Proteste forderte der einflussreiche Schiitenführer Moktada al-Sadr die Regierung zum Rücktritt auf. „Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden“ müsse die Regierung zurücktreten, vorgezogene Neuwahlen unter UNO-Aufsicht müssten stattfinden, schrieb al-Sadr in einem am Freitag veröffentlichten Brief.

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