In Maschine geraten

Arm amputiert: Bub (3) auf Intensivstation

Entsetzliche Szenen haben sich Samstagmittag in der Nestelberger Schälmühle im oberösterreichischen Perg abgespielt. Ein dreijähriger Bub war mit der rechten Hand in eine Förderschnecke geraten. Das Kind wurde bis zum Oberarm in die Maschine gezogen. Der Notarzt musste den Arm vor Ort amputieren. Kind und Arm wurden nach Linz geflogen.

Der dreijährige Paul - er wird im Dezember vier - besuchte mit dem Lebensgefährten der Mutter die Nestelberger Schälmühle, während die Frau im Perger Altersheim arbeitete. Der 41-Jährige aus Allerheiligen ist selbst auch in der Mühle beschäftigt.

Gegen 11.50 Uhr griff der Bub am Zuschneidboden im zweiten Stock plötzlich - trotz eines vorhandenen Schutzblechs - mit der rechten Hand in eine Förderschnecke, die etwa 40 Zentimeter über dem Boden montiert ist und getrockneten Mohn befördert. Pauls kompletter Arm wurde in die Maschine gezogen. Der Lebensgefährte der Mutter betätigte sofort den Not-Aus-Schalter und schrie nach einem Mitarbeiter, der die Rettungskette in Gang setzte.

Amputation in beengtem Raum
Fast unvorstellbar: Der Notarzt musste in den beengten Räumlichkeiten den fast vollständig abgetrennten Arm des Kindes amputieren. Gerhard Panhofer, Chef der Feuerwehr Perg: „Wir sind fast zeitgleich mit dem Roten Kreuz und Notarzt eingetroffen, haben die Förderschnecke mit einer Flex aufgeschnitten und sie mit dem Spreizer auseinandergedrückt, um den Arm herausbringen zu können.“

Nach einer halben Stunde gelang es, Paul daraus zu befreien. Das Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die geschockten Eltern.

Paul und sein Arm wurden vom Rettungshubschrauber ins Linzer Uni-Klinikum geflogen, wo der Bub unfallchirurgisch betreut wird. Er liegt auf der Intensivstation, sagt Sprecher Gerhard Braun. „Ob der Arm angenäht werden kann, wissen wir noch nicht.“

Christoph Gantner und Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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