11.10.2019 10:27 |

Ausnahmefall Kärnten

Mindestsicherung: Zahl der Bezieher zurückgegangen

Nach den starken jährlichen Zuwächsen bis 2016 und der Stagnation im darauffolgenden Jahr ist die Zahl der Mindestsicherungsbeziehenden im Jahr 2018 laut Statistik Austria erstmals zurückgegangen. Im Vorjahr standen mit 289.646 Personen um 18.208 oder 5,9% weniger im Mindestsicherungsbezug als 2017. Dieser Rückgang war mit Ausnahme von Kärnten (plus 2,9%) in allen Bundesländern zu beobachten und reichte von minus 3,3% in Vorarlberg bis minus 13,7% im Burgenland.

Werden auch die nicht unterstützten Kinder in die Zählung mit einbezogen, lebten im Verlauf des Jahres 2018 insgesamt 310.716 Personen zumindest einen Monat lang in einer der insgesamt 172.447 sogenannten Bedarfsgemeinschaften mit Mindestsicherungsbezug. Pro Monat waren es durchschnittlich 224.965 Personen in 116.214 Bedarfsgemeinschaften.

Die meisten Bezieher wohnen in Wien
63% der Personen in der Mindestsicherung wohnten in Wien, auf die anderen Bundesländer entfielen Anteile zwischen einem (Burgenland) und acht Prozent (Steiermark). Die Bundeshauptstadt hatte mit 7,5% auch die weitaus höchste Bezugsquote, was den Anteil der Personen in Mindestsicherung an der Bevölkerung insgesamt bedeutet, gefolgt von Vorarlberg (1,9%) und Tirol (1,7%). Am niedrigsten war die Mindestsicherungsquote im Burgenland und in Kärnten (jeweils 0,8%) sowie in Oberösterreich (0,9%).

47% der Personen mit Mindestsicherungsbezug hatten die österreichische Staatsbürgerschaft, 40% kamen aus Drittstaaten, sieben Prozent waren EU-/EWR-/Schweizer Staatsangehörige. Bei den restlichen fünf Prozent handelt es sich um eine unbekannte Staatsangehörigkeit oder sie waren staatenlos. Etwas mehr als ein Drittel hatte einen Status als Asylberechtigte (31%) oder subsidiär Schutzberechtigte (4%). 

In Wien auch die längste Bezugsdauer
70% der Personen erhielten im Jahr 2018 länger als sechs Monate Mindestsicherung, 14% wurden vier bis sechs Monate, die restlichen 16% maximal drei Monate lang unterstützt. Während in Wien mehr als drei Viertel der Personen länger als ein halbes Jahr im Leistungsbezug standen, waren es im übrigen Österreich maximal zwei Drittel. Dementsprechend lag die durchschnittliche Bezugsdauer in der Bundeshauptstadt mit 9,3 Monaten deutlich über jener der anderen Bundesländer, die von 6,2 Monaten (Vorarlberg) bis 8,4 Monaten (Burgenland) reichte.

Gesamtausgaben 2018: 941 Millionen Euro
Die Ausgaben für die Mindestsicherung betrugen 2018 insgesamt 941 Millionen Euro (Lebensunterhalt und Wohnen: 889 Millionen Euro, Krankenhilfe: 52 Millionen Euro), das waren um 36 Millionen Euro oder 3,7% weniger als im Jahr davor. Der Anteil der Mindestsicherung an den Sozialausgaben insgesamt belief sich auf weniger als ein Prozent.

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