07.10.2019 12:48 |

Weltweiter Aktionstag

Klimaaktivisten kämpfen gegen das „Aussterben“

Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion hat am Montag als deutschen Beitrag zur globalen Protestaktion für mehr Klimaschutz den Großen Stern und auch den Potsdamer Platz in Berlin als wichtige Verkehrsknotenpunkte besetzt und damit den Verkehr in der Hauptstadt teilweise lahmgelegt. Dutzende Anhänger zogen vom Regierungsviertel zur Siegessäule im Ortsteil Tiergarten. Kundgebungen, Blockaden und „zivilen Ungehorsam“ (siehe Übungsvideo oben) gibt es auch in zahlreichen anderen Großstädten auf der ganzen Welt.

In Berlin verlief alles friedlich. Auf einem im Morgengrauen von den Aktivisten veröffentlichten Video war zu sehen, wie Dutzende Menschen auf der Fahrbahn herumgingen und sich setzten. Auch Einsatzfahrzeuge der Polizei waren zu sehen. Bald hatten sich Tausende Teilnehmer versammelt.

Großstädte als weltweites „Schlachtfeld“
Die Gruppe hatte im Morgengrauen in den sozialen Medien dazu aufgerufen, sich schnell auf den Weg zu machen. Blockaden und andere Protestaktionen gibt es in zahlreichen Großstädten in aller Welt. Demonstranten in Amsterdam besetzten eine wichtige Durchgangsstraße in Höhe des Reichsmuseums und errichteten unter anderem Zelte. Die Stadt hatte die Protestaktion an dieser Stelle verboten. Die Polizei rief die Demonstranten auf, die Aktion abzubrechen. Nach Angaben der Exekutive wurden Dutzende Demonstranten festgenommen.

Auch in London kam es zu zahlreichen Festnahmen. Im Regierungsviertel Westminster blockierten Aktivisten eine Brücke und mehrere Straßen, darunter zwei Standorte in der Nähe des Parlaments. Sie trugen Transparente mit Slogans wie „Der Klimawandel verwehrt unseren Kindern die Zukunft, wenn wir nicht jetzt handeln“.

In Melbourne trafen sich Demonstranten zeitig in der Früh zu einer Mahnwache auf den Stufen des Parlaments. In Sydney hielten Hunderte Aktivisten einen Sitzstreik auf einer stark befahrenen Straße in der Innenstadt ab, während sich in Brisbane eine kleine Gruppe von Aktivisten an eine Brücke kettete. Im neuseeländischen Wellington sorgten Aktivisten für Verkehrsstörungen, indem sie sich an ein Auto ketteten.

„Wollen zeigen, dass ziviler Ungerhorsam funktioniert“
Aktionen gab es auch in Paris, Madrid, New York, Buenos Aires oder Wien. Die Kundgebungen sollen mindestens eine Woche lang andauern. Wie genau dabei vorgegangen wird, wird erst wenige Minuten vor Beginn der größtenteils unangemeldeten Aktionen bekannt gegeben. „Wir wollen zeigen, dass ziviler Ungehorsam funktioniert“, erklärte die österreichische Aktivistin Julia Weiß gegenüber der APA.

Das stellt die Behörden auf eine harte Probe, müssen sie doch spontan und flexibel agieren. In Berlin stieg die Teilnehmerzahl laufend, bereits eine Stunde nach Beginn des Großkampftags war von rund 1000 Aktivisten die Rede. Die als Seenotretterin für Flüchtlinge bekannt gewordene deutsche Kapitänin Carola Rackete warf in einer Rede vor der Siegessäule der deutschen Regierung vor, mit dem jüngst vorgelegten Gesetzespaket zahlreiche Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu verfehlen.

„Tod durch unterlassene Hilfeleistung“: Rackete kritisiert Regierung
Die „unfähige Regierung“ habe den Tod zahlreicher Menschen wegen „unterlassener Hilfeleistung“ zu verantworten, so Rackete. Ihr Auftritt auf einer eigens für die Reden an diesem Tag aufgebauten Arche aus Holz (siehe Tweet oben) wurde von tosendem Applaus begleitet.

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