04.10.2019 06:17 |

Ankunft in Weltspitze

Bronze-Girl Verena: Mit Freudentränen in den Augen

Mit Freudentränen in den Augen absolvierte Österreichs Sensations-Dritte Verena Preiner mit der rot-weiß-roten Fahne die Ehrenrunde bei der Leichtathletik-WM in Doha. „Ich kann es noch gar nicht glauben, ich bin in der Weltspitze angekommen“, staunte die Oberösterreicherin sogar über sich selbst. Sie war vom Glück über ihre Bronze-Medaille total überwältigt. „Das ist alles surreal, einfach wahnsinnig!“   

Aber alles ist eine unglaubliche Realität geworden. Nach Bronze durch unseren Diskus-Helden Lukas Weißhaidinger folgte die nächste Sensation. Bis zu dieser WM hatte Österreich nur zwei Medaillen bei Weltmeisterschaften zu Buche. Jetzt sind es plötzlich vier. Schlichter Wahnsinn! Für ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler, auch Trainer von Weißhaidinger, aber kein Zufall. „Seit 2014 haben wir uns gezielt an die Spitze gearbeitet, in einigen Disziplinen alles auf eine Karte gesetzt.“ Dort, wo man Chancen sah.

Wie in Uhrwerk
Wie im Siebenkampf. Und da machte er Preiner-Trainer Wolfgang Adler ein dickes Kompliment: „Die beiden haben das wie ein Uhrwerk durchgezogen. Hut ab! Diese WM wird für Österreich in die Geschichte eingehen!“ Adler selbst schwelgte natürlich auch im Glück. „Alles ist aufgegangen!“ Verena Preiner machte mit 6560 Punkten in Doha einen ähnlich sensationellen, stabilen Siebenkampf wie heuer bei ihrem Rekord in Ratingen von 6591 Punkten. „Zweimal eine solche Leistung in einem Jahr ist einfach wunderbar“, strahlte Verena Preiner, die jetzt seit neun Jahren mit Adler gemeinsam trainiert.

Sie schmunzelt, wenn sie an die Anfänge erinnert, als Adler sie nach ihren Zielen gefragt habe. Ihre Antwort: „Ich will zu internationalen Meisterschaften!“ Adler dachte sich: „Die ist verrückt!“ Aber „step by step“, wie der Erfolgscoach immer wieder betont, hat er Verena Preiner über die gemeinsamen Jahre an die Spitze geführt. Dass es eines Tages fürs WM-Podium reichen sollte, nein, das hatten nur wenige gehofft, kaum erwartet. Jetzt aber steht Verena Preiner am Freitag Abend bei der Siegerehrung neben den Superstars des Siebenkampfes, neben der goldenen Katarina Johnson-Thompson (Gb/6981) und Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (Bel/6677). Verena: „Das ist schon im Vorhinein ein wunderbares Gefühl!“

Übrigens wusste die Sensations-Dritte noch nicht einmal, welch fette finanzielle Beute sie in Doha gemacht hatte. 25.000 Euro erhält sie vom ÖLV (dank des Sponsors „helvetia“) und 20.000 Dollar Prämie vom Leichtathletik-Weltverband. Was sie damit machen werde? „Sparen!“ Nach der WM erhält sie von ihrem Trainer erst einmal „zwei, drei Wochen“ Urlaub. „Verreisen aber kann ich nicht mehr, da mein Freund allen Urlaub mit mir bei Trainingslagern und Wettkämpfen schon aufgebraucht hat. Also bleibe ich daheim.“

Tokio im Blick
Ihrem Freund Thomas sowie den Eltern Martina und Peter lag sie dann nach dem ersten Interviewreigen glückselig in den Armen. Jetzt kann sie die kurze Pause genießen. Ehe das Olympia-Jahr schnell näherkommt. Die Hallen-WM in Nanjing (China) Mitte März 2020 will sie mitnehmen. Und bei den Spielen in Tokio möchte sie eine „ähnlich stabile Leistung“ zeigen wie in Doha. Sie redet jetzt natürlich (noch) nicht von einer Medaille. Aber davon träumen sie kann ja mal ruhig.

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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