28.09.2019 12:05 |

ÖVP-Mann lehnte ab

Ibiza-Anwalt bot Straches Haarprobe zum Kauf an

Ein weiteres, kurioses Detail ist jetzt rund um die Hintermänner der Ibiza- und Spesenaffäre ans Licht gekommen: Der Wiener Rechtsanwalt M. soll im Vorfeld der Wien-Wahl 2015 versucht haben, eine angeblich belastende Haarprobe Straches zu verkaufen. Demnach habe M. - der auch in der Ibiza-Affäre eine zentrale Rolle spielt und von einigen gar als dessen Auftraggeber gesehen wird - die Haarprobe einem ÖVP-nahen Berater zum Kauf angeboten.

Der Politikberater habe dazu Ende August als Zeuge bei der „Soko Ibiza“ ausgesagt, wie „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. M. habe ihm damals Fotos vorgelegt, von denen er behaupt habe, sie würden die Übergabe von Schwarzgeld an die FPÖ belegen. „Neben den Fotos hat mir der Anwalt auch ein Plastiksackerl mit einer Haarprobe gezeigt, die belegen sollte, dass Strache kokst“, so das Nachrichtenmagazin.

Dabei sei für den ÖVP-nahen Berater erkennbar gewesen, dass es hierbei nicht „um ein Geschenk oder ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt handelte.“ Es sei schon erkennbar gewesen, dass dahinter finanzielle Interessen standen, so der Zeuge.

„Es ging ihm um finanzielle Absicherung“
„Ich erinnere mich heute auch daran, dass der Anwalt von einem Mandanten sprach, der ein Naheverhältnis zu Strache habe und seinen Job verlieren werde, wenn das Zeug öffentlich wird. Es ging ihm allem Anschein nach um eine finanzielle Absicherung.“ Über eine konkrete Summe sei nicht gesprochen worden. „So weit kam es gar nicht, ich habe abgelehnt, mir war das alles ein bissl zu grindig. Seit damals hatte ich dann keinen Kontakt mehr.“

Erst am Montag war der ehemalige Bodyguard des Ex-FPÖ-Chefs vorübergehend festgenommen worden. Bereits im Jahr 2013 soll der Leibwächter, aus Rache und Enttäuschung, damit begonnen haben, „belastendes Material“ über Strache und andere freiheitliche Politiker zu sammeln.

Jana Pasching
Jana Pasching
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