27.09.2019 18:03 |

Leichtathletik-WM

Weißhaidinger: Diskus soll wie Dynamit einschlagen

Jetzt geht´s los! Österreichs erste große Medaillenhoffnung bei der Leichtathletik-WM in Doha, Lukas Weißhaidinger, eröffnet am Samstag in der Diskuswurf-Qualifikation die rot-weiß-roten Starts. Der EM-Dritte von 2018 wurde für die Gruppe A (15.15 Uhr MESZ) eingeteilt. In der Quali geht es um einen der insgesamt zwölf Plätze für das Finale am Montag (20.15 Uhr). Dort will Luki die erste Männer-Medaille für Österreich bei den Weltmeisterschaften holen.

Der 27 Jahre alte Oberösterreicher ist bestens aufgelegt, sehr optimistisch für diese WM - und fühlt sich in der Form seines Lebens. „Es geht in der Qualifikation aber erst einmal darum, die Nerven im Zaum zu halten. Das heißt: Die volle Attacke ist erst für Montag angesagt!“ Mama Maria und Bruder Franz sind in Doha übrigens mit dabei, sie besuchten Luki bereits. Die Disken für den Wettkampf hinterlegte er schon für die Quali. Nomen est Omen: sein schwarzer Diskus heißt „Black Dynamite“. Nach dem Motto: „Mein Diskus soll wie Dynamit einschlagen!“ Dass Luki, der seinen traditionellen Spaziergang vor dem Wettkampf mit Trainer Gregor Högler wegen der Hitze in einer Mall machte, viel Selbstvertrauen hat, ist kein Wunder - zeigte er doch mit seiner unglaublichen Konstanz auf höchstem Niveau die ganze Saison über bereits auf. Seit Brüssel, wo er Zweiter beim Finale der Diamond League wurde, weiß er, „dass mich jeder auf der Rechnung haben muss. Aber mit den 66 Metern von Brüssel gewinnst du bei der WM keine Medaille. Das traue ich mich wetten. Da wird man sicher über 68 Meter werfen müssen.“

Er betont: „Es kommt auf das Gefühl beim Abwurf an, auf die letzten paar Sekundenbruchteile. Da darfst du nicht zu viel wollen, ja nicht verkrampfen. Zuletzt hat das sehr gut geklappt. Meine Wurftechnik war in Minsk top!“ In Weißrussland hatte er beim Match, dem Vergleich Europa vs USA, triumphiert. Am Samstag gilt es aber zunächst, die Qualifikation zu überstehen. Da wirft Weißhaidinger als Elfter der 16 Teilnehmer der Gruppe A. Für den direkten Finaleinzug sind in der Quali 65,50 m gefordert. Eine Weite, die aber wahrscheinlich nicht zwölf Athleten werfen werden, sodass das Feld dementsprechend aufgefüllt werden muss. Das große Ziel, der große Traum ist natürlich, als erster Österreicher eine WM-Medaille zu holen. Bisher gab es bei den Titelkämpfen (seit Helsinki 1983) nur zwei Medaillen - und zwar durch Sigrid Kirchmann im Hochsprung in Stuttgart 1993 (Bronze) und durch Steffi Graf über 800 m in Edmonton 2001 (Silber). Die bisher beste österreichische Männer-Platzierung bei einer WM waren bisher zwei siebente Plätze durch Klaus Bodenmüller (Kugel/1987) und Hermann Fehringer (Stabhoch/1991).

Neben Weißhaidinger hat Österreich bei dieser WM mit Ivona Dadic und Verena Preiner zwei weitere Medaillenhoffnungen im Rennen. Und zwar im Siebenkampf, der nächste Woche Mittwoch und Donnerstag steigt.

Österreichs größte Erfolge bei LA-Weltmeisterschaften
Silber:
2001 - Edmonton: Steffi Graf, 800 m, 1:57,20 Min.
Bronze:
1993 - Stuttgart: Sigrid Kirchmann, Hochsprung, 1,97 Meter
Platz 6:
1993 - Stuttgart: Theresia Kiesl, 1500 m, 4:08,04 Min.
1993 - Stuttgart: Ljudmila Ninova, Weitsprung, 6,73 Meter
2017 - London: Ivona Dadic, Siebenkampf, 6417 Punkte
Platz 7:
1987 - Rom: Klaus Bodenmüller, Kugelstoßen, 20,41 Meter
1991 - Tokio: Hermann Fehringer, Stabhoch, 5,60 Meter
1991 - Tokio: Ljudmila Ninova, Weitsprung, 6,72 Meter
1999 - Sevilla: Steffi Graf, 800 m, 1:57,92 Min.
1999 - Sevilla: Valentina Fedjuschina, Kugelstoßen, 18,17 Meter
Platz 8:
1983 - Helsinki: Dietmar Millonig, 5000 m, 13:36,08 Min.
2009 - Berlin: Gerhard Mayer, Diskuswurf, 63,17 Meter

Olaf Brockmann

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