06.08.2019 10:45 |

Hygiene „katastrophal“

Erneut illegale Teigtaschen-Produktion aufgeflogen

Die Sommerloch füllende Teigtascherl-Affäre ist um eine unappetitliche Episode reicher. So wurde erneut eine illegale Produktionsstätte der asiatischen Köstlichkeiten in einer Wohnung im Wiener Bezirk Penzing entdeckt. Gleich 200 (!) Säcke, gefüllt mit tiefgefrorenen Teigtascherln, konnten in den Räumlichkeiten entdeckt und sichergestellt werden. Hygienische Bedingungen bei der Herstellung? Laut Finanzministerium nicht vorhanden.

Ein anonymer Hinweis hatte die Finanzpolizei auf die Spur des illegalen Treibens gebracht. So wurde, wie das Finanzministerium gegenüber krone.at erklärte, offenbar von einem Anrainer eines Wohnhauses im 14. Bezirk gemeldet, dass in einer der Wohnungen große Mengen an Mehl, Gemüse und Fleisch angeliefert werden würden. Den Bedarf einer Familie würde dies allerdings bei Weitem übersteigen, heißt es.

Zutritt zur Wohnung verweigert
Einsatzkräfte der Finanzpolizei mit Unterstützung der Exekutive gingen der Sache in der Folge auf den Grund. Als Beamte vor der verdächtigen Wohnung eintrafen, weigerten sich die Bewohner jedoch, sie hereinzulassen. Gewaltsam sei nach mehreren erfolglosen Aufforderungen, die Einsatzkräfte einzulassen, die Türe durch die Polizei geöffnet worden, heißt es aus dem Ministerium weiter.

Den Grund für den Widerwillen der Bewohner konnten die Beamten rasch feststellen. „Weder waren die Bewohner der Wohnung meldepolizeilich erfasst, noch fand sich eine Erklärung für die Unmengen an Rohwaren, die Verwendung finden sollten. Zudem waren auch die Fenster verklebt, um keinen Einblick in die Wohnung zu gewähren“, so das Ministerium. Drei der Anwesenden, zwei Frauen und ein Mann - allesamt chinesischer Herkunft -, hätten sich in der Folge nicht ausweisen können, es bestehe der dringende Verdacht, „dass sie sich illegal im Land aufhalten“.

Teigtascherln über Teigtascherln
Hinter weiteren Türen der 50-Quadratmeter-Wohnung sollte sich dann auch tatsächlich der Anfangsverdacht bestätigen. In Kühltruhen - abgepackt in Plastiksäcken - sollten die Beamten abermals auf Tausende illegal hergestellte Teigtaschen stoßen. „Die hygienischen Verhältnisse waren - wie bereits bei der ersten Produktionsstätte - katastrophal“, zeigt man sich im Finanzministerium geschockt.

Wurden keine Teigtascherln produziert, dürfte neben den gefüllten asiatischen Vorspeisen offenbar auch geschlafen worden sein. Vier Schlafstellen wurden in der illegalen Teigtascherl-Fabrik vorgefunden. Schlussendlich konnten die Beamten 200 Säcke, prall gefüllt mit tiefgefrorenen Teigtascherln, beschlagnahmen. Die Produktion dürfte bereits seit Monaten gelaufen sein, vermutet das Ministerium.

Razzien mit ersten Erfolgen, Rückholaktion
Neben illegalen Produktionsstätten ist man auch in Lokalen den Teigtaschen auf der Spur. Mehr als 500 asiatische Lokale werden derzeit überprüft, auch erste Erfolge konnten bereits verzeichnet werden. Die ohnedies skurrile Geschichte trieb zuletzt eine weitere kuriose Blüte: Ein chinesischer Supermarkt im 4. Bezirk rief die tiefgekühlte Spezialität (diverse Sorten) zurück.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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