01.08.2019 09:44 |

Kein „Traumberuf“

Gewerkschaft fordert mehr Fairness für YouTuber

Kein Scherz: Die deutsche Gewerkschaft IG Metall fordert bessere Arbeitsbedingungen für YouTuber. Die mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern größte deutsche Arbeitnehmervertretung hat sich dafür mit der Internet-Bewegung „YouTubers Union“ zusammengetan, um unter dem Motto „FairTube“ die Bedingungen für alle YouTuber zu verbessern, „die ein Einkommen mit dem Hochladen von Beiträgen auf der Video-Plattform erzielen bzw. erzielen möchten“, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Plattformen wie YouTube ändern laufend die Regeln, um höhere Profite zu erzielen. Die Interessen der Video-Produzenten bleiben dabei zunehmend auf der Strecke“, kritisiert Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. Viele YouTuber klagten unter anderem über mangelnde finanzielle und soziale Absicherung sowie über schlechte Kommunikation mit der Plattform. „Es ist völlig intransparent, nach welchen Kriterien den Videos Werbung zugewiesen wird und welche Videos in Suchergebnissen und in automatischen Playlists angezeigt werden. Daran muss sich dringend etwas ändern“, fordert die Gewerkschafterin.

Die IG Metall hat sich daher nun mit der im März 2018 von YouTuber Jörg Sprave gegründeten „YouTubers Union“ zusammengetan. Die inzwischen mehr als 15.000 Mitglieder zählende Online-Bewegung fordert unter anderem, „dass es auch auf kleineren YouTube-Kanälen wieder Werbung geben soll, dass es einen direkten und transparenten Kontakt zwischen der Plattform und YouTube geben muss und dass es klare Regeln gibt - sowohl für das Einblenden von Werbung als auch für das Löschen einzelner Videos oder die Sperrung ganzer Kanäle“.

„Nur scheinbar ein Traumberuf“
„YouTuber zu sein ist nur scheinbar ein Traumberuf. In der Realität ist man der Willkür einer übermächtigen Plattform ausgeliefert. Extrem hohe Arbeitsbelastung, Existenzsorgen und starke Einkommensschwankungen sind die harte Realität für die ‚Creators‘. Es ist höchste Zeit für Veränderungen“, wird Sprave zitiert. Auslöser für ihn, die Bewegung zu gründen, war, dass YouTube im Frühjahr 2017 auf Druck von Werbekunden seine Regeln bezüglich der Werbeeinblendungen geändert hat. Dies habe teilweise zu dramatischen Einkommenseinbußen bei den YouTubern geführt.

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