27.06.2019 13:03

Trotz der Hitzewelle

Burkini-Streit in Frankreich: 2 Bäder bleiben zu

In der französischen Stadt Grenoble ist ein Streit um das Tragen von Burkinis - Ganzkörper-Schwimmanzügen für muslimische Frauen - entbrannt. Nachdem eine Bürgerrechtsgruppe mit diversen Aktionen Musliminnen Abkühlungen in Schwimmbädern ermöglichen wollte, seien Proteste zu befürchten, hieß es. Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, man könne deshalb die Sicherheit der Bademeister nicht mehr garantieren, und hat beschlossen, trotz der extremen Hitzewelle zwei Bäder vorerst geschlossen zu lassen.

Die Bademeister seien Ziel von „Einschüchterungskampagnen“ geworden, die zum Verstoß gegen geltende Regeln angestiftet hätten, erklärte das Rathaus. In Grenoble ist das Baden im Burkini verboten.

„Wir baden, wir werden baden“
Ein von der französischen Bürgerrechtsgruppe Alliance Citoyenne veröffentlichtes Video zeigt eine der Aktionen. Darauf sind fröhliche Frauen zu sehen, die im Wasser planschen und singen „Wir baden, wir werden baden“. Einige tragen Burkinis, die meisten aber Bikinis oder Badeanzüge.

Grenobler Rathaus befürchtet „Menschenauflauf“
„Die Bademeister sind für die Sicherheit zuständig, und sie können sie nicht gewährleisten, wenn sie sich um einen Menschenauflauf kümmern müssen“, hieß es dazu vom Rathaus, dem der Grünen-Politiker Eric Piolle vorsteht. Die Verwaltung verwies darauf, dass andere Gruppen nach der Burkini-Aktion verlangt hätten, nackt baden zu dürfen.

Burkini-Verbote in Frankreich heftig umstritten
Burkini-Verbote sind in Frankreich heftig umstritten. 2016 hatte das oberste Verwaltungsgericht des Landes entschieden, dass Verbote an Stränden nach dem Anschlag von Nizza mit mehr als 80 Toten eine „Verletzung der grundlegenden Freiheitsrechte“ darstellten. Frankreich hat mit rund fünf Millionen Muslimen die größte muslimische Gemeinde in Europa.

 krone.at
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