Honorar-Abzug droht

Ärzte sind empört über„Strafe“ für Mehrleistungen

Honorarabzug wegen Mehrleistungen? Empört reagieren oberösterreichische Ärzte auf gemeinsame Schreiben von Gebietskrankenkasse und Ärztekammer zum Thema „Patientenbegrenzung“ - erst recht in einer Zeit des wachsenden Mangels an niedergelassenen Medizinern und zunehmenden Versorgungsproblemen.

Ärztekammerchef Peter Niedermoser wehrt sich nur gegen den Eindruck von gezielter „Bestrafung“ für Ärzte, die durch Mehrarbeit Versorgungslücken verhindern. Die dahinterstehende Limitierung der Patientenzahlen je Arzt, ein Relikt aus Zeiten des Ärzteüberschusses vor 30 Jahren und mehr, lehnt aber auch er ab.

Bei Überschreitung: Honorarabzug
Die Aufreger-Briefe selbst beträfen Ärzte, die eineinhalb Vertragsarztstellen abdeckten, so Niedermoser. Sie dürfen die ihnen zugeteilte Patientenzahl, zum Beispiel 2500 im Jahr, um höchstens 30 Prozent überschreiten, sonst droht ein Honorarabzug. Der ebenfalls aus Zeiten vor dem Ärztemangel stammende Hintergedanke: Ein Praktiker soll durch weitere Überschreitungen nicht auch noch eine zweite Vertragsarztstelle „besetzen“.

Gestaffelte Honorare
Aber auch bei den Ärzten mit einer Stelle ohne Stelle hinterm Komma gibt es Beschränkungen: Wer bis zu 500 Patienten im Quartal hat, bekommt je30 Euro (ohne Zusatzleistungen), bis 1400 nur noch 17,60 € und darüber gar nur 4 Euro.

„Dagegen, dass Arbeit nicht bezahlt wird“
Solche Staffeln gibt es auch in anderen Bundesländern. Niedermoser ist bestrebt, sie in den Verhandlungen mit der GKK nach und nach wegzubekommen, was bei den Fachärzten zumindest für2018 schongelungen ist: „Denn wir sind natürlich dagegen, dass Arbeit nicht bezahlt wird!“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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