29.05.2019 06:22 |

Wie alles begann

Ibiza-Krimi: Hintermänner nutzten Gunst der Stunde

Drogen, Betrug, Dokumentenfälschung: Das Vorstrafenregister dreier mutmaßlicher Hintermänner im Ibiza-Krimi ist lang. Als die Sicherheitssöldner durch eine Lebensbeichte aus den eigenen Reihen aufflogen, war guter Rat teuer. Da kam der Wiener Anwalt mit Infos über Heinz-Christian Strache ins Spiel - und die Gunst der Stunde wurde für ein neues „Geschäftsmodell“ genutzt.

Neben dem Aufdecken von Zigarettenfälschern war ebenso Industriespionage für Konzerne das Betätigungsfeld der auch mit dem Rotlichtmilieu (für bezahlte Venusfallen) zusammenarbeitenden Herrschaften, die teils Geheimdiensterfahrung hatten. Als einer von ihnen eine Lebensbeichte (siehe Ausriss aus dem BVT-Akt) ablegte, waren alle von einem Tag auf den anderen ihre gut bezahlten Jobs los.

Spionagetricks angewandt
Die Sicherheitsprofis taten sich daraufhin offenbar mit dem schon bekannten Detektiv und dem auf Immobilien spezialisierten Anwalt aus Wien zusammen - dieser hatte Zugang zu intimsten privaten Geheimnissen aus dem innersten Kreis des damaligen FPÖ-Chefs. Mit den altbewährten Spionagetricks wurde die neue Video-Falle raffiniert geplant.

Studentin als Lockvogel
Dabei ging man wie bei einer stabsmäßig organisierten nachrichtendienstlichen Operation vor. Eine wie bei einem Model-Fotoshooting gecastete bosnische Studentin spielte die gebildete und reiche russische Oligarchennichte. Mit Detailwissen über Land- und Forstwirtschaft konnte sie als vermeintliche Grundstückskäuferin den damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus derart in Sicherheit wiegen, dass er trotz mehrmaliger Warnungen von seiner Ehefrau und Heinz-Christian Strache in der verwanzten Villa auf der Partyinsel Ibiza alle Bedenken zerstreute.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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